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EM-Fußballerin Lisa Makas: "Glaube bietet mir Rückzugsort"

Fußballerin Lisa Makas, nach ihrer Knieverletzung "tragische Heldin" des bei der Europameisterschaft in den Niederlanden groß aufspielenden ÖFB-Teams, schöpft aus dem Glauben große Kraft für ihr Leben. "Ich bete regelmäßig", sagte die 25-jährige Stürmerin des MSV Duisburg im Interview mit der Wiener Kirchenzeitung "Der Sonntag".

Beim abendlichen Gebet sortiere sie gerne ihre Gedanken und bringe den abgelaufenen Tag vor Gott. "Das sind die Momente, wo ich wirklich mit Gott spreche. Mein Glaube bietet mir einen Rückzugsort." Für sie sei es "wichtig, einen Glauben zu haben, einen größeren Sinn hinter allem zu sehen", betonte die Sportlerin. Die gebürtige Mödlingerin kommt aus einem religiösen Elternhaus und hilft bei Besuchen in ihrer Heimat immer noch in der Ortspfarre mit: "Die Wege, die Gott mir vorgibt, werde ich gehen, ob positiv oder negativ."

Makas ist eine der Schlüsselspielerinnen in Österreichs erfolgreichem EM-Team. Nach ihrem Siegestreffer im Vorrundenspiel gegen Frankreich kann die Goalgetterin beim Halbfinale gegen Dänemark am Donnerstagabend nach einem neuerlichen Kreuzbandriss im Viertelfinale gegen Spanien jedoch nur vom Spielfeldrand aus mitfiebern.

Ihr Tor gegen die mittlerweile bereits ausgeschiedenen Turniermitfavoritinnen aus Frankreich feierte Makas mit einem deutlichen Fingerzeig Richtung Himmel. Gerade in solchen Glücksmomenten sei für sie vor allem eines wichtig, erzählte sie im "Sonntag"-Gespräch: "Gott ist für mich einfach wie ein Vater, er ist der Schöpfer von uns allen. Gerade in solchen besonderen Momenten will ich ihm Danke sagen."

Für Papst Benedikt gekocht 

Auch nach Verletzungen habe ihr der Glaube Mut gemacht, so Makas, die nach den Glücksmomenten bei der Europameisterschaft nun einmal mehr eine lange Verletzungspause meistern muss. Eine rasche Genesung wünschen ihr sicher auch die Mönche im niederösterreichischen Stift Heiligenkreuz. Als Jugendliche war die heutige Profifußballerin Lehrling im Klostergasthof der Abtei im Wienerwald. "Das war eine wunderschöne Zeit für mich. Ich durfte viele Menschen kennenlernen, die auch meinen Glauben weiter geprägt haben", erinnert sich die Sportlerin. Gerade die Gespräche mit Altabt Gregor Henckel-Donnersmarck hätten sie sehr bereichert. 2007 hat Makas dann sogar für Papst Benedikt XVI. gekocht, als der in Heiligenkreuz zu Gast war: "Es war beeindruckend, dabei gewesen zu sein. Gesehen habe ich den Papst aber leider nicht."

Die Erfolge der Frauenfußball-Nationalmannschaft sorgen derzeit in Österreich für Furore - auch in kirchlichen Kreisen. "Sportbischof" Alois Schwarz attestierte den Athletinnen in einem Grußwort große Vorbildwirkung, die Katholische Frauenbewegung war mit verschiedenen Diözesangruppen beim EM-Turnier vor Ort und feuerte das Team mit Transparent-Slogans wie "Heimat bist Du großer Töchter" an.

(02.08.2017, KAP)