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Diözese Graz-Seckau veröffentlicht ihr "Zukunftsbild"

Eine Zielvorstellung für die Entwicklung der nächsten Jahre und konkrete Schritte auf dem Weg dorthin liefert das "Zukunftsbild" der Diözese Graz-Seckau, das Bischof Wilhelm Krautwaschl am Sonntag veröffentlicht hat. Ihm gehe es darum, "gemeinsam mit den Menschen zu entdecken, wie Gott in der Welt, bei uns in der Steiermark, in unserem Leben wirkt und was er vorhat", erklärte der Bischof bei diesem Anlass.

Er sei überzeugt, dass in der Diözese noch viel an Aufbrüchen möglich sei. Präsentiert wurde die verbindliche Zielvorgabe im Rahmen des Auftakt-Gottesdienstes für das diözesane 800-Jahr-Jubiläum in der Basilika Seckau.

Das 19-seitige Dokument unter dem Titel "Gott kommt im Heute entgegen" richtet sich vorrangig an Priester, Diakone und ehren- und hauptamtliche Mitarbeiter der Diözese, die mit der Umsetzung betraut sind, wofür laut Auskunft der Diözese in den nächsten Wochen und Monaten vertiefende Informationen und Workshops angeboten werden sollen. Nach Vorarbeit durch eine vom Bischof beauftragte Arbeitsgruppe war das Zukunftsbild im Herbst ein Monat lang öffentlich konsultiert und anschließend anhand der Rückmeldungen von 2.600 Personen deutlich überarbeitet und teils erweitert worden.

Niemand habe es sich leicht gemacht, und das Dokument habe durch die Rückmeldungen und Überarbeitungen noch "sehr gewonnen", so der Eindruck der Arbeitsgruppen-Leiterin Tamara Strohmayer. Inhaltlich beschreibt das auf der Diözesanhomepage veröffentlichte Zukunftsbild das Selbstverständnis und die Ziele der Diözese, gefolgt von elf thematischen Ausrichtungen, die den Auftrag der Katholischen Kirche in der Steiermark benennen und die Richtung für ihr zukünftiges Handeln bestimmen.

"Wir gehen vom Leben der Menschen aus" und "wir sind alle auf der Suche nach Gott", so lauten die Titel der ersten beiden Kapitel. Näher ausgeführt wird weiters die Begegnung mit Gott in der "Liebe zu den Armen und Benachteiligten", die Förderung "neuer Erfahrungsräume von Kirche" und die aus dem Glauben begründete Mitgestaltung der Gesellschaft. Vorgaben gibt es ebenso zu den programmatischen Sätzen "wir freuen uns über die Vielfalt an Berufungen" sowie "wir brauchen Frauen und Männer, die ermöglichen und befähigen". Auch die Neugestaltung des Leitungsdienstes, ein Fokus auf Qualität und Vielfalt, die Schaffung von Raum für Neues und der verantwortungsvolle und nachhaltige Umgang mit eigenen Ressourcen sind Bestandteile des Zukunftsbildes.

Jeder Unterpunkt ist gegliedert durch ein Grundsatzstatement, das in jeweils mehreren Aktionen und Haltungen konkretisiert wird. Viel Wert wird dabei auf eine Haltung der Achtsamkeit und Wertschätzung, auf Glaubensvertiefung und das Hinausgehen in neue, der Kirche bisher unvertraute Lebensbereiche und Personengruppen gelegt. In Seelsorgeräumen solle die Kirche für die Menschen "präsent und berührbar" sein, daneben sollen in "Kirchorten" außerhalb von Kirchengebäuden innovative Formen von "Kirchensein" ausprobiert werden. Viel Bedeutung wird dem "verantwortungsvollen Experimentieren" sowie dem Bild einer "lernenden Kirche" zugemessen.

Einigermaßen konkret ist das Zukunftsbild auch hinsichtlich der Leitungsaufgaben: Sie sollen zwischen haupt- und ehrenamtlichen Frauen und Männern aufgeteilt und Formen der Mitbestimmung ausgebaut werden, wobei den Priestern die "geistliche und sakramentale Leitung eines Seelsorgeraumes" zukommt. Für die Gottesdienste schreibt das diözesane Vorhaben die Gewährleistung der Eucharistiefeier im Seelsorgeraum vor, ebenso jedoch auch mehr Augenmerk auf ansprechende Sprache, Predigt und Musik.

(03.12.2017, KAP)