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Diözesanmuseum: zwischen Jubiläen von Reformation und Maria Theresia

Eröffnung der Sonderausstellung im St. Pöltner Diözesanmuseum

St. Pölten, 06.05.2017 (dsp) Unter dem Titel "1517 - 1717 Von der Reformation zum Hochbarock. Zur Entstehung der niederösterreichischen Sakrallandschaft" präsentiert das St. Pöltner Diözesanmuseum die Sonderausstellung 2017. Die hochkarätige Schau greift dabei die zwei großen Jahresjubiläen auf: 500 Jahre Thesenanschlag Martin Luthers (1517) sowie 300. Geburtstag von Kaiserin Maria Theresia (1717). Die Zeit sei hierzulande bis heute wichtig für die Volksfrömmigkeit: von der Errichtung von bedeutenden Wallfahrtskirchen über Klöster bis hin zu Kalvarienbergen.
Fotos von der Eröffnung

Diözesanbischof Klaus Küng verwies darauf, dass die Ausstellung sich mit einer dramatischen Zeit beschäftigen würde, in der die Menschen viel mitgemacht hätten. Es sei eine Zeit tiefgreifender und großer Veränderungen gewesen. Die Barockzeit habe auch ein Aufblühen der Frömmigkeit gebracht und das habe sich in der Kunst wiedergespiegelt. Zentrale Glaubensinhalte seien in Tiefe und Schönheit in der Kunst dargestellt worden. Das könne uns inspirieren für unsere Zeit.

Wie stark die Zeit bis heute für die Volksfrömmigkeit von Bedeutung ist und Spuren hinterließ, veranschaulichte der niederösterreichische Landtagspräsident Hans Penz: „Ich wurde im Wallfahrtsort Maria Langegg gefirmt, machte meinen Firmausflug nach Maria Taferl und kümmere mich jetzt um die Renovierung der Wallfahrtskirche Heiligenkreuz-Gutenbrunn.“ Geschichte sei das Gedächtnis der Menschheit und aus der Geschichte könne man auch religiöse Irrtümer der Vergangenheit lernen. Er sei froh, dass das Diözesanmuseum Wissen vermittle und verstehe das Museum als Brücke zwischen der Kirche und den Menschen.

Zeitraum prägte nachhaltig

„Die beiden Jahre sind Eckdaten eines zweihundertjährigen Zeitraumes, in dem die europäische und auch die österreichische Geschichte und Gesellschaft nachhaltig geprägt wurden“, betonte Wolfgang Huber, der Direktor des Diözesanmuseums. Es sei die Periode großer Entdeckungen, wissenschaftlicher und philosophischer Fortschritte sowie theologischer, sozialer und kultureller Umbrüche und daraus folgender Konsolidierungen gewesen. Huber gab zu bedenken, dass das Gebiet der Diözese St. Pölten zu Beginn der Reformation stark protestantisch gewesen sei, bevor katholische Herrscher Gegenmaßnahmen einleiteten. In religiöser und kirchenpolitischer Hinsicht sei sie von radikalen Umwälzungen und Erschütterungen geprägt, für die die Begriffe Reformation, Gegenreformation und Konfessionalisierung stehen. Wegen ihrer – alle Lebensbereiche erfassenden – Dimension wird diese Zeitspanne als konfessionelles Zeitalter bezeichnet.

Die vom Diözesanarchiv unterstützte Ausstellung im St. Pöltner Diözesanmuseum thematisiert diese Epoche unter dem Aspekt kirchlicher und religiöser Erneuerung sowie deren – im regionalen Raum fassbaren – Niederschlag in der sakralen Kunst und der vom Herrscherhaus geförderten Volksfrömmigkeit, die im österreichischen Barockkatholizismus ihren weitreichenden Höhepunkt erfuhr. Leihgaben für die Sonderausstellung kommen ua. von den Stiften Klosterneuburg, Lilienfeld, Göttweig sowie aus den Wallfahrtsorten Sonntagberg und Maria Taferl oder aus dem St. Pöltner Stadtarchiv. Zu sehen sind neben Kunstwerken ua. historische Patente oder protestantische Literatur. Neben dem Standort des Diözesanmuseums St. Pölten gibt es mit dem wiederöffneten Wallfahrtsmuseum Maria Langegg (Bezirk Krems) ein weiteres Standbein der Sonderausstellung.
 
Unter den zahlreichen Gästen waren bei der Eröffnung der Sonderausstellung neben Bischof Küng und Landtagspräsident Penz ua. Generalvikar Gerhard Gruber, NÖ-Superintendent Lars Müller-Marienburg oder der Direktor des NÖ-Landesmuseums, Carl Aigner.

Ab 6. Mai 2017:
"1517-1717 Von der Reformation zum Hochbarock. Zur Entstehung der niederösterreichischen Sakrallandschaft"
Di-Fr 9-12 Uhr, 14-17 Uhr, Sa 10-13 Uhr
So und Feiertag im Juli und August: 10-13 Uhr
Führung nach Vereinbarung
www.dz-museum.at

Fotos von der Eröffnung