Erntekrone
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Herbstlandschaft Mostviertel
 
 

"Das Kreuz als Heilszeichen in das eigene Leben aufnehmen"

Kruzifix

St. Pölten, 14.04.2015 (dsp) Karfreitagsansprache von Bischof Klaus Küng auf Radio Niederösterreich:
"Wer von uns kennt nicht Momente, in denen man sagt: „Jetzt fühl ich mich richtig erlöst“. Das sind Stunden, in denen sich das Schicksal plötzlich geändert hat, oder in denen uns ein schwerer Stein vom Herzen gefallen ist.

Am Karfreitag ist noch viel mehr passiert: Gott, der in Christus Mensch geworden ist, hat unser ganzes Sein erlöst. „Es ist vollbracht“ waren die letzten Worte von Jesus am Kreuz, denn seit jenem Karfreitag sind Sünde und Tod besiegt und es wird uns das ewige Leben geschenkt, wenn wir verbunden mit Christus leben.

Am Kreuz neben Jesus waren zwei andere Menschen, die symbolisch eigentlich auch für uns alle stehen könnten. Einer davon konnte oder wollte nicht glauben, er hat Jesus verhöhnt. Der andere hat um seine eigene Schwachheit gewusst, er hat sich Christus zugewandt und ihn um Hilfe gebeten. Dieser Mensch, ein Verurteilter, kein Perfekter oder Heiliger, war der Erste, dem Christus das ewige Leben zugesagt hat: „Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein!“

Liebe Hörerinnen und Hörer von Radio Niederösterreich! Das Kreuz war und ist immer auch ein Zeichen des Widerspruchs. „Für die einen ein Ärgernis, für die anderen töricht“. Für uns aber heißt es: „Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus, denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöst.“

Ich lade Sie ein, wenn Sie wieder - bei einem Marterl, in Ihrem Haus oder am Berggipfel – an einem Kreuz vorbeigehen, halten sie kurz inne: Erinnern Sie sich daran, dass Jesus seine Leiden für uns auf sich genommen hat, Sie und mich, und die ganze Welt erlöst hat.

Es liegt an uns, dieses Heilszeichen in das eigene Leben aufzunehmen."