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Christen im Orient: Internationales Symposion in Salzburg

Unter dem Titel "Reichtum und Gefährdung des orientalischen Christentums" findet von 5. bis 6. Mai die Jahrestagung der "Gesellschaft zum Studium des christlichen Ostens" (GSCO) an der Universität Salzburg statt. Dabei werden namhafte Experten aus dem In- und Ausland verschiedene Aspekte und aktuelle Herausforderungen für die Christen im Nahen und Mittleren Osten beleuchten.

Höhepunkt ist am Freitagabend ein Festakt zur Verleihung des GSCO-Preises. Dieser geht heuer an die Wiener Orthodoxie-Expertin Andrea Riedl, die u.a. auch dem Vorstand der Stiftung "Pro Oriente" angehört, sowie den Berliner Byzantinisten Manolis Ulbricht.

Riedl erhält den Förderpreis für ihre Dissertation "Kirchenbild und Kircheneinheit. Die theologische Kontroverse zwischen Lateinern und Griechen im 13. Jahrhundert". Ulbricht wird für seine Promotionsschrift "Coranus Graecus" ausgezeichnet, in der er die älteste Übersetzung des Koran ediert und kommentiert, welche fragmentarisch in der Islam-Polemik des Niketas von Byzanz (9. Jh) überliefert ist. Diese war bestimmend für das Islambild in Europa bis weit in die Neuzeit hinein.

Der GSCO-Preis wird seit 2009 alle zwei Jahre für Promotionen und Habilitationen an einer Universitat des deutschsprachigen Raumes verliehen, die dem Studium des Christlichen Ostens gewidmet sind und die wissenschaftlichen Kenntnisse uber die Geschichte und Theologie des Christlichen Ostens wesentlich befordern. Den Festvortrag am Freitagabend hält die Niederländische Ostkirchenexpertin Prof. Heleen Murre-Van der Berg.

Im Rahmen der zweitägigen Veranstaltungen wird weiters u.a. Martin Tamcke, Professor für Ökumenische Theologie und Orientalische Kirchen- und Missionsgeschichte an der Universität Göttingen, zum Thema "Christsein in der islamischen Welt" referieren. Der Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Salzburg, Prof. Dietmar Winkler, spricht über "Zerstörung und Gefährdung des christlichen Erbes in Syrien und Irak". Weiters zu Wort kommen u.a. die Salzburger Armenien-Expertin Jasmine Dum-Traugut und der Syrologe Prof. Aho Shemunkasho.

Die GSCO wurd 2001 als Gemeinschaft wissenschaftlich arbeitender Institute und Einzelpersonen im deutschen Sprachraum gegründet. Vorsitzender ist derzeit der Marburger evangelische Theologe und Kirchengeschichtler Prof. Karl Pinggera.

(04.05.2017, KAP)