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Krippenschau im Diözesanmuseum
Winterwald
 
 

Bischof Küng eröffnete Krippenausstellung im Diözesanmuseum

Bischof Küng eröffnete die Krippenausstellung im St. Pöltner Diözesanmuseum

St. Pölten, 02.12.2017 (dsp) Unter dem Titel ""Krippen, Könige und Kindln aus dem alten Österreich und seinen Nachbarländern" werden dieses Jahr im St. Pöltner Dom- und Diözesanmuseum die Krippen des Sammlerpaares Helga und Fritz Kaplan präsentiert. Damit setzt das Diözesanmuseum diese bei den Besuchern inzwischen sehr beliebte Tradition fort. Eröffnet wurde die Schau von Diözesanbischof Klaus Küng.

Mit Krippen und weihnachtlichen Motiven aus der niederösterreichischen Sammlung Kaplan schließt das Diözesanmuseum St. Pölten an die drei vorangegangenen weihnachtlichen Sonderausstellungen an. In den ersten beiden Ausstellungen wurde der bemerkenswerte Bestand an Kirchenkrippen aus dem Gebiet der Diözese, dem Most- und dem Waldviertel, gezeigt. Voriges Jahr wurden Motive des Weihnachtskreises von der Verkündigung bis Maria Lichtmess vorgestellt sowie Krippen und Gnadenkindln aus der Sammlung Herrenhaus Niedersulz präsentiert. Mit einer großen Ebenseer Landschaftskrippe wurde auf die reiche Krippentradition des Salzkammergutes aufmerksam gemacht.

Krippen gute Vorbereitung auf Weihnachten

Der St. Pöltner Bischof Klaus Küng sagte, die Ausstellung sei eine gute Vorbereitung auf das Weihnachtsfest. Der Bischof gab bei der Eröffnung Persönliches preis: Er erinnere sich gut daran, dass es auch in seiner Familie schöne Tradition gewesen sei, dass Nachbarn, Bekannte oder Verwandte zu Besuch kamen und dann gleich gezeigt wurde, was es Neues an der Familienkrippe gibt: etwa neue Figuren oder Umbauten. Die Krippe solle jedenfalls zu dem hinführen, was zu Weihnachten gefeiert wird: die Menschwerdung Gottes. Mit der Krippe könne man also zum Kern und Wesen des Christentums hinkommen: nämlich dem historischen Ereignis der Geburt von Jesus Christus, dem Sohn Gottes. Bischof Küng machte auch einen historischen Streifzug: er erzählte, dass bereits dem heiligen Franz von Assisi lebendige Darstellungen der Krippe ein Anliegen waren. Nach der Reformation habe es eine starke Förderung gegeben und sie wurde durchaus als Katechese für das Volk gesehen. Nach der schwierigen Zeit unter Kaiser Joseph II. und dem Verbot von Krippen gab es anschließend einen regelrechten Boom, der nach dem Adel auch das Bürgertum erfasste und auch die Familien und Haushalte erreichte. Er freue sich, dass es in den Familien noch immer viel Kreativität gebe, um die Krippen zu gestalten. Die Darstellungen seien also wertvolle Hilfen für Weihnachten und könnten „in viele Menschenherzen Licht und Wärme“ bringen. Außerdem meinte der Bischof, Österreich sei eine Nation der Krippen.

Wolfgang Huber, Direktor des Dom- und Diözesanmuseums, gibt bekannt: „Die diesjährige Ausstellung stellt eine durch persönliches Engagement und großen Idealismus allmählich entstandene Privatsammlung der Familie Helga und Fritz Kaplan vor. Neben ihrer Reichhaltigkeit ist sie durch die Vielfalt an Typen, Materialien und die verschiedenen Herkunftsorte mit ihren regionalen Besonderheiten charakterisiert. So sind neben alpenländischen Krippen aus dem Salzkammergut mit seiner in das 17. Jahrhundert reichenden Tradition, aus Oberösterreich und der Steiermark, Figuren aus Südtirol sowie Objekte aus den böhmischen, mährischen und slowakischen Produktionsstätten wie Grulich und Przibram zu sehen – also aus den einstigen altösterreichischen Krippenzentren. Sie erlebten nach Aufhebung des josephinischen Krippenverbots im 19. Jahrhundert ihre Hochblüte und ihre Erzeugnisse erfuhren weite Verbreitung.“

Waren wohl Kirchenkrippen Ausgangspunkt der im Zuge der Gegenreformation geförderten Krippenkultur, so entstanden ab dem 18. Jahrhundert Krippen für den Adel und in der Folge auch bürgerliche und bäuerliche Krippen, die dann durch gewerbs- und fabriksmäßige Produktion sowie in kleinbürgerlichen Haushalten rege Aufnahme fanden. Neben künstlerisch hochstehenden und individuellen Krippen versorgten diese damaligen österreichischen Krippenzentren nicht nur die Monarchie mit ihren Produkten, diese gelangten bis nach Westeuropa und Amerika. Ähnlich für die weite Verbreitung und den Export bestimmt sind auch die bekannten neapolitanischen Krippenfiguren, die in Aussehen und Technik gemäß den barocken Vorbildern in ungebrochener Tradition gefertigt werden.

Einen weiteren Ausstellungsschwerpunkt bilden die vornehmlich aus dem bayerischen Raum stammenden, wächsernen und angezogenen bzw. gewickelten Gnadenkindln, wie der bekannte Typus des Münchner Augustinerkindls. Aber auch das stehende segnende Jesuskind nach dem Vorbild des Prager Jesulein sowie zahlreiche andere Fatschenkinder sind zu sehen.
Die beachtliche Reihe an historischen und jüngeren Krippenfiguren präsentiert die reichhaltige Palette des zu einer Krippe gehörenden Figurenbestandes. Neben den Protagonisten der biblischen Weihnachtserzählung und deren Szenen sind Vertreter aus dem Volksleben in ihren regionalen Trachten zu sehen. Mit ihnen wurden die Krippen ausgestattet und sukzessive erweitert, in manchen Fällen für ihre Aufstellung Krippen gebaut bzw. angekauft.

So ist auch das allmähliche Wachsen nicht nur für manche Krippen, sondern für die Sammlung Kaplan bezeichnend. Auf der intensiven Restauriertätigkeit basierend erwarb sich das Ehepaar ein großes Fachwissen über den traditionellen Krippenbau und seine theoretischen und vor allem praktischen Aspekte. Diese werden in der Ausstellung mit signifikanten Beispielen vorgestellt.

Öffnungszeiten:
2. Dezember 2017 – 2. Februar 2018
Di – Fr: 9 – 12 Uhr und 13 – 15 Uhr
Sa, So, Feiertag: 10 – 15 Uhr
Geschlossen: montags und 24.12., 25.12., 31.12., 1.1.
Zusätzlich geöffnet am 26. Dezember (10 – 15 Uhr)