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Bischof Küng: "Ehe für alle" bringt Kinder ins Hintertreffen

Bischof DDr. Klaus Küng

St. Pölten, 07.12.2017 (dsp) Diözesanbischof Klaus Küng hat die Entscheidung des Verfassungsgerichtshofes (VfGH) zur Öffnung der Ehe für Homosexuelle bedauert. "Es schmerzt, dass sich die Bedeutung der Ehe als Verbindung von Mann und Frau nun nicht mehr im staatlichen Rechtsverständnis in ihrer Exklusivstellung als 'Keimzelle der Gesellschaft' ausdrückt", schreibt der in der Bischofskonferenz für Familienfragen zuständige Bischof in einer Stellungnahme. Als Leidtragende des Urteils sieht Küng die Kinder.
Stellungnahme im Wortlaut

Das Rechtsinstitut der standesamtlich geschlossenen Ehe werde mit dem VfGH-Urteil nun "fundamental anders" verstanden als bisher, befindet der Familienbischof. "Es geht dabei nicht darum, die individuelle Lebensgestaltung der Menschen auf den Prüfstand zu stellen, es geht nicht darum, darüber zu sprechen wer wen liebt, sondern einzig um den Schutzcharakter, der der Verbindung von Mann und Frau zukommt".

"Immer und ganz besonders" gehe es dabei um die Kinder, "die aus dieser Verbindung entstehen können und die besonderen Schutz vor Willkür und Unsicherheit verdienen", betont der Familienbischof. Das Recht des Kindes auf Vater und Mutter sei "maßgeblich für die Identität und Persönlichkeitsentwicklung notwendig"; im nunmehrigen Entscheid würde dieses Recht jedoch "als nachrangig zu einem Partikularinteresse gesehen".

Deutlicher geworden sei nun auch der Unterschied des staatlichen und kirchlichen Eheverständnisses, erklärt Küng: "Für die Kirche ist die Ehe zudem die Verbindung von Mann und Frau als Abbild des Schöpfers, die die Sexualität nicht willkürlich von Fortpflanzung trennt, sondern als ein Ganzes sieht." Dieses theologische Grundverständnis lasse sich nicht "wegdiskutieren".

Bischof Küng verweist zudem im "Kurier" (Donnerstag) auf die gemeinsame Erklärung der jüngsten Sitzung der Bischofskonferenz am 12. November, in der die Bischöfe der Eheöffnung für Homosexuelle eine Absage erteilt hatten. Der hier formulierten Haltung habe auch die besorgte Äußerung von Kardinal Christoph Schönborn zum VfGH-Urteil vom Dienstag entsprochen.

Stellungnahme im Wortlaut