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Bischof Küng: Die Wahrheit bleibt

Diözesanbischof DDr. Klaus Küng

St. Pölten, 26.12.2017 (dsp) „Weihnachten ist ein Fest, das mit Hoffnung erfüllt“, betonte Bischof Klaus Küng in seiner Predigt am Christtag im Dom von St. Pölten, „sowohl in Bezug auf den eigenen Weg und die eigene Lebensaufgabe als auch in Bezug auf die Kirche, selbst dann, wenn manchmal gegenläufige Entwicklungen der Kirche und den Christen sehr zusetzen.“ Die Grundlage dieser Hoffnung sei die Menschwerdung des Gottessohnes und das Werk der Erlösung, die er bewirkt habe.

Anscheinend würden die Dinge jedoch anders laufen, so Küng: „Viele haben es aufgegeben, den Glauben zu praktizieren; manche verlassen die Kirche und eine noch viel größere Zahl gehört zwar noch immer formell zur Kirche, kümmert sich aber nicht um die Frohbotschaft oder Gebote Gottes.“ Auch die staatliche Gesetzgebung rücke immer häufiger von den christlichen Wertevorstellungen ab, sagt der Bischof und führte als Beispiele die so genannte „Ehe für alle“ oder die Einführung eines „3. Geschlechts“ in Deutschland an. Auch in der Gesetzgebung im Bereich der Fortpflanzungsmedizin gebe es viele Hinweise, dass der Glaube an Gott „einfach beiseite geschoben“ und der Zusammenhang mit der Schöpfungsordnung nicht wahrgenommen werde.

Doch selbst wenn die Gesellschaft in ihrer großen Mehrheit vom Glauben an Gott abrücke und die entsprechenden Werte missachte, zeige die Erfahrung: „Das, was wahr ist, bleibt trotzdem weiterhin wahr“, betonte Küng. „Und wenn nur einer oder eine die Stimme erhebt und diese Wahrheit zum Ausdruck bringt, werden alle oder fast alle unruhig, weil sie, obwohl sie vielleicht heftig protestieren, in irgend einem Winkel des Herzens auch selbst wissen, dass das Gesagte wahr ist.“ So bleibe die Abtreibung immer „ein großes, schweres Unrecht“, und die Ehe bleibe immer „ein auf Dauer angelegter Bund zwischen einem Mann und einer Frau mit der Offenheit für Kinder“. Gerade deshalb werde die Verkündigung immer Chancen haben, zeigte sich Küng überzeugt, auch dann wenn "die Verhältnisse sehr zerrüttet und dekadent" seien. Denn die Botschaft Christi entspreche den Sehnsüchten, die der Mensch vom Schöpfer her im Herzen trage.

Christus habe den Abschluss und den Höhepunkt der Offenbarung gebracht, führte Küng aus, und er bringe den Menschen Hilfe, damit der Mensch, trotz persönlicher Schwachheit, dieser Offenbarung Gottes entsprechend leben kann. Die Menschwerdung des Gottessohnes und die von ihm bewirkte Erlösung seien auch der Grund, warum „die Kirche immer überleben wird“. Weihnachten sei eine Einladung, „unsere Freiheit ganz bewusst als Christen wahrzunehmen und unser Leben entsprechend zu gestalten, im Verlangen nach einer noch größeren Freiheit“.

Predigt im Wortlaut