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Bischöfe: Glaube hilft Terror und Angst zu überwinden

Sommervollversammlung 2017 der Österreichischen Bischofskonferenz in Mariazell

Mariazell, 14.6.2017 (dsp/KAP) Der christliche Glaube kann "die Spirale der Gewalt durchbrechen, die in Gang kommt, wenn auf Terror und Hass in gleicher Weise reagiert wird". Das haben die österreichischen Bischöfe im Rahmen ihrer Sommervollversammlung in Mariazell unterstrichen.
Erlärungen im Wortlaut

Angesichts einer Serie von Attentaten im Nahen und Mittleren Osten, in Ägypten und seit der Zurückdrängung des IS-Schreckensregimes vermehrt auch in Europa verwiesen die Bischöfe in ihrer Erklärung "Terror und Angst überwinden" auf die Aufgabe des Staates beim Schutz vor Gewalt, betonten zugleich aber auch die Bedeutung des Glaubens an einen Gott, der nach biblischem Zeugnis Chaos banne und Sinn stifte: Dieser Glaube führe "aus dem Bannkreis der Angst in den Umkreis der Liebe".

Die jüngsten Terrorakte in Europa zeigten einerseits die Verletzlichkeit einer Offenen Gesellschaft, heißt es in der Erklärung der Bischofskonferenz. Andererseits zeige die Reaktion auf die Gewalt aber zugleich die Belastbarkeit und Widerstandskraft dieser Offenen Gesellschaft, "denn die von den Terroristen angestrebte Spirale der Radikalisierung ist bisher ausgeblieben".

Vor diesem Hintergrund würdigten die Bischöfe den Dienst von Exekutive und Militär zur Bewahrung von Frieden und Sicherheit. Sowohl die Militärseelsorge, die mit der Schaffung des Militärordinariates vor 30 Jahren eine gute Verankerung in Kirche und Bundesheer erhalten habe, als auch die seit rund 20 Jahren bestehende Exekutivseelsorge hätten sich bewährt "und werden vielfach dankbar in Anspruch genommen".

Bischöfe an Jugendliche: Beteiligt euch an Jugendsynode

Die österreichischen Bischöfe haben die Jugendlichen des Landes aufgefordert, an der Online-Umfrage im Vorfeld der Weltbischofssynode 2018 teilzunehmen. "Ob in Pfarren, Bewegungen und kirchlichen Jugendeinrichtungen - alle sind eingeladen, die Online-Umfrage zum Anlass zu nehmen, um Jugendliche und ihre Anliegen zur Sprache zu bringen", heißt es in einer Erklärung der Bischofskonferenz. Der lange angekündigte Fragebogen zur Synode  "Die Jugendlichen, der Glaube und die Berufungsentscheidung" ist seit Mittwoch unter http://youth.synod2018.va abrufbar - bisher nur in Italienisch, weitere vier Sprachen sind angekündigt.

Die Ergebnisse der Online-Umfrage werden vom vatikanischen Synodensekretariat gesammelt und ausgewertet. Weiters richtete der Vatikan einen Fragebogen als Teil des offiziellen Vorbereitungsdokuments zur Beantwortung an die Bischofskonferenzen in aller Welt. Gemeinsam mit den zuständigen kirchlichen Fachstellen werden in Österreich die vier Bischöfe Franz Lackner (in der Bischofskonferenz zuständig für den Bereich Universitäten), Wilhelm Krautwaschl (Schule und Berufungspastoral), Anton Leichtfried (Geistliche Berufe) und Stephan Turnovszky (Jugend) diesen Fragebogen bearbeiten. Sie sind auch generell mit der Vorbereitung auf die Synode befasst.

Am "Welttag der Armen" Spendensammlung in allen Diözesen

Der von Papst Franziskus weltweit eingeführte "Welttag der Armen" am 19. November wird auch in Österreichs Pfarrgemeinden begangen: Wie die Österreichische Bischofskonferenz im Rahmen ihrer Sommervollversammlung in Mariazell beschloss, soll an diesem Tag unter dem Motto "Liebt nicht mit Worten, sondern mit Taten" in allen österreichischen Diözesen eine Spendensammlung durch die Caritas durchgeführt werden. Diese in Österreich bereits traditionelle Sammlung am Elisabethsonntag, dem Gedenktag der Schutzpatronin der Caritas, "soll konkret helfen, die Not in unserem Land zu lindern", teilten die Bischöfe in einer Erklärung mit.

Sie griffen darin auch den Papstappell an die Gläubigen auf, dass diese konkret auf Arme in ihrer Nachbarschaft zugehen und in der Woche vor dem "Welttag der Armen" in den Pfarren Begegnungen veranstalten sollen. Und mit Papst Franziskus hielten sie fest: "Der Platz der Kirche ist an der Seite der Armen."

Dies gelte im Hinblick auf die "weltweite Verantwortung, die Österreich und Europa haben". Zugleich wollen die Bischöfe - wie sie versicherten - mit der Elisabethkollekte am "Welttag der Armen" auf die Not hinweisen, die es auch in Österreich gebe. Auch hierzulande gebe es "zu viele Menschen, die nicht wissen, wie sie den Alltag aus eigener Kraft bewältigen sollen". Wie mit den Schwächsten umgegangen wird, sei der Prüfstein einer jeden Gesellschaft, heißt es in der Erklärung weiter. Die Kirche wolle Menschen an den Rändern der Gesellschaft beistehen, "weil konkrete Nächstenliebe Fundament und Prüfstein des christlichen Glaubens ist".

Erklärungen im Wortlaut