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Betriebsseelsorge Oberes Waldviertel startete europaweit einzigartiges Beschäftigungsprojekt

Betriebsseelsorger Karl Immervoll

Heidenreichstein, 20.04.2017 (dsp) Ein europaweit einzigartiges Beschäftigungsprojekt wurde jetzt von der Betriebsseelsorge Oberes Waldviertel in Kooperation mit dem Arbeitsmarktservice (AMS) gestartet. Der Leiter der Betriebsseelsorge und Papst Leo-Preisträger Karl Immervoll erklärt: „Wir haben in unserer Region viele Arbeitslose und Langzeitarbeitslose. Wir wollen ihnen helfen, dass sie aus ihrer Berufung einen Beruf machen. Ganz ohne Druck.“

Dieses von der Betriebsseelsorge initiierte Projekt bietet einen völlig neuen Ansatz und schaut auf gesellschaftliche Notwendigkeiten. Die Dauer ist auf 18 Monate angelegt, in der so manche neue Arbeitsplätze und Projekte entstehen können. Der Ansatz lautet: Welche Talente hat man und was will man damit machen?

40 Personen nehmen am Projekt teil: Analphabeten und Akademiker, Frauen und Männer, Personen aus dem Jahrgang 1954 bis 1993. In den 18 Monaten bekommen die Teilnehmer/innen ein Grundeinkommen sowie Wertschätzung und arbeiten je nach ihren Fähigkeiten und Begabungen. Einige wollen sich im Asylbereich engagieren, andere führen soziale Tätigkeiten aus, manche wollen im Obstanbau tätig sein oder gründen einen kleinen Verkaufsladen. Die Betriebsseelsorge hat bereits Erfahrungen mit dem sinnvollen Einsatz von Menschen puncto Arbeit, jetzt wird es eben auf 18 Monate ausgedehnt.

Karl Immervoll: „Ihnen allen ist der Wille gemeinsam, nicht als 'Arbeitslose' zu gelten, sondern sich sinnvoll in unsere Gesellschaft einzubringen.“ Da ihnen Arbeitsplätze verwehrt seien - manchen von ihnen, weil sie zu alt sind, den Jüngeren, weil sie keine Praxis haben - würden sie sich ab sofort mit Hilfe ihrer Fähigkeiten eigene Möglichkeiten der Arbeit schaffen. Es gebe in Gemeinden, Vereinen und in der Gesellschaft so viel zu tun, wirklich wichtige Tätigkeiten werde oft nicht bezahlt.

Immervoll gibt zu bedenken, dass das Nettoarbeitszeitvolumen stagniere und etwa im Waldviertel sinke. In der Region gebe es viele Zuzügler aus anderen Regionen, weil das Leben dort billiger erscheine, allerdings würden auch die Jobs fehlen. Allein Heidenreichstein habe 100 Langzeitarbeitslose. Dennoch gebe es genug Sinnvolles zu tun. Die Fähigkeiten dieser „Arbeitslosen“ gelte es zu nutzen. Immervoll nennt einen weiteren Ansatz: Jede/r möchte die eigenen Talente gerne in die Gesellschaft einbringen. Das Projekt wehre auch die Gefahr ab, sich zuhause zu verkriechen und es sei ein gesellschaftspolitisches Zeichen. Denn wer seine Begabungen sinnvoll einbringen könne und wertgeschätzt werde, der radikalisiere sich nicht.

Nähere Informationen: www.bsowv.at

Foto: Karl Immervoll