Entzündung der 2. Kerze am Adventkranz
Krippenschau im Diözesanmuseum
Winterwald
 
 

Betreuung psychisch Kranker: Einst Versorgung, heute Inklusion

Foto: Susanne Karner, Caritas Bereichsleitung für Menschen mit psychischen Erkrankungen, Landesrätin Barbara Schwarz und Caritas Direktor Hannes Ziselsberger sind stolz auf das vielfältige Angebot für Menschen mit psychischen Erkrankungen in Niederösterreich. Seit mittlerweile 45 Jahren bietet die Caritas verschiedenste Unterstützungshilfen in diesem Bereich an.

St. Pölten, 10.10.2017 (dsp) Eine Fülle verschiedener Angebote ist nötig, um Menschen mit psychischen Erkrankungen gut versorgen zu können: Das haben Vertreter der Caritas der Diözese St. Pölten in einem Pressegespräch dargelegt. Seit 45 Jahren engagiert sich das kirchliche Hilfswerk gemeinsam mit dem Land Niederösterreich für psychisch kranke Menschen, aktuell mit 327 hauptberuflichen Mitarbeitern. Das Ziel des Einsatzes wandelte sich im Lauf der Jahrzehnte stark, "von der reinen Versorgung hin zur Teilhabe an der Gesellschaft, zur Integration am Arbeitsplatz und zur Inklusion in möglichst vielen Lebensbereichen", berichtete Caritas-Direktor Hannes Ziselsberger.

Der PsychoSoziale Dienst startete 1972 mit dem Auftrag der Diözesansynode an die Caritas, sich verstärkt um Menschen mit Beeinträchtigungen und um Suchtkranke zu sorgen - anfangs mit einem Caritas-Sozialarbeiter, der eng mit dem Landeskrankenhaus Mauer kooperierte. Vor 25 Jahren schuf die Caritas für diese Patientengruppe im Schloss Schiltern ein stationäres Wohnhaus mit 55 Plätzen, deren Bewohner im diesjährigen Sommer in neue Unterkünfte in Paudorf und Zwettl umgesiedelt wurden. An beiden Standorten, an denen insgesamt 64 Menschen mit psychischen Erkrankungen wohnen können, gibt es auch Tagesstätten für Arbeit und Beschäftigung für je 30 Betroffene.

1997 startete in St. Pölten die Caritas-Einrichtung BBO (Beschäftigung und Berufsorientierung), das Menschen Arbeitsmöglichkeiten in den Bereichen Copy-Service, Fertigung, Bügelservice und Secondhand-Waren bietet; das in Zusammenarbeit mit dem Land und dem Arbeitsmarktservice. Zehn Jahre später startete der Fachbereich "berufliche Integration", das jungen Menschen mit körperlicher oder kognitiver Beeinträchtigung beim Überstieg von der Schule ins Berufsleben hilft: Durch Berufsausbildungs- und Arbeitsassistenten, Job- und Jugendcoaches, diesmal in Kooperation mit dem Sozialministerium. Mit Jahresbeginn 2017 startete die Caritas schließlich ihren mobilen Dienst der Wohnassistenz für Menschen mit psychischen Erkrankungen.

Aktuell führt die Caritas St. Pölten 15 psychosoziale Wohngruppen und hat in der mobilen Wohnassistenz heuer bereits 90 Menschen mit psychischen Erkrankungen in 2.744 Stunden - in der eigenen Wohnung oder in Wohngemeinschaften - betreut. 2.432 begleitete Menschen registrierte der PsychoSoziale Dienst der St. Pöltner Caritas allein zwischen Jänner und Juni 2017. 665 Personen haben in diesem Zeitraum auch den "Club Aktiv" der Caritas genutzt, den Direktor Ziselsberger mit einem offenen Jugendzentrum verglich: Menschen mit psychischen Erkrankungen fänden in dieser Einrichtung, das es bereits in jeder Bezirkshauptstadt, in den Statutarstädten und in St. Valentin gibt, ein niederschwelliges Freizeit- und Betreuungsangebot.

Wichtig für die Inklusion ist nach Befinden der Caritas auch der Dialog mit den betroffenen Menschen, der in vielen Bereichen bereits auch die Angehörigen einschließt und somit zum "Trialog" wurde. Betroffene, Angehörige sowie Professionalisten wie etwa Sozialarbeiter und Psychiater bilden dabei ein "Dreieck, das eine gute Grundlage für einen Heilungs- und Betreuungserfolg bildet", wie Caritas-Direktor Ziselsberger betonte.

Foto: Susanne Karner, Caritas Bereichsleitung für Menschen mit psychischen Erkrankungen, Landesrätin Barbara Schwarz und Caritas Direktor Hannes Ziselsberger sind stolz auf das vielfältige Angebot für Menschen mit psychischen Erkrankungen in Niederösterreich. Seit mittlerweile 45 Jahren bietet die Caritas verschiedenste Unterstützungshilfen in diesem Bereich an.