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Archäologische Grabungen 2018 vor dem Domeingang

Arschäologische Grabungen Domplatz St. Pölten (Foto: Risy)

St. Pölten, 23.11.2017 (dsp) Eine Bilanz der archäologischen Grabungen am Domplatz in diesem Jahr zogen Bürgermeister Matthias Stadler und Stadtarchäologe Ronald Risy bei einer Präsentation der Ergebnisse im St. Pöltner Rathaus. Aufgrund der unerwartet hohen Anzahl von Funden war 2017 „das intensivste Jahr“ seit Beginn der Ausgrabungen. Deswegen können die Grabungen auch nicht wie geplant 2018, sondern erst 2019 beendet werden. Nächstes Jahr stehen vor allem die Grabungsfelder direkt vor der Domkirche und vor dem Eingang zum Brunnenhof des Bistumsgebäudes auf dem Plan.

Die außergewöhnliche Dauer der Grabungen liege an der „Dichte und Größe des Fundortes“, wie Bürgermeister Stadler betonte. Aufgrund der Anzahl und Qualität der Funde gehörten die Ausgrabungen am Domplatz zu den derzeit bedeutendsten in Europa. Der sensationellste Fund sei ein römisches Badehaus, in das später eine frühchristliche Kapelle eingebaut wurde. Dieses „Unikat“ belege die Bedeutung des Ortes über Jahrhunderte hinweg.
Der Boden in St. Pölten sei für die Erhaltung von Skeletten und deren DNA „überraschend gut“, wie Anthropologe Fabian Kanz von der Medizinischen Universität Wien erklärte. Die bisher knapp 17.000 Skelettfunde stellten ein „wertvolles Bio-Archiv“ dar, aus dem die Forschung noch jahrzehntelang Informationen ziehen könne.

Auf dem Gebiet des geplanten Info-Points der Diözese beim Eingang zum Brunnenhof seien eine Außenmauer des ursprünglichen Klosters aus dem 12 Jahrhundert sowie Gräber freigelegt worden. Ein besonderer Fund war dabei eine Gewandspange in der Form eines Hirschen.
Die Neugestaltung des Domplatzes werde „unter Einbeziehung der Diözesangebäude“ erfolgen, wie Stadler sagte. Die Platzgestaltung durch das Architektenteam Jabornegg & Palffy soll auch mit den archäologischen Funden verknüpft werden.

Mit den Grabungen verschiebt sich auch der Zeitraum für die geplante Sanierung der Fassaden des Domes und des Bistumsbebäudes nach hinten. Laut dem Leiter des Diözesanbauamtes, Architekt Philipp Orange, kann damit frühestens 2019 begonnen werden. Auch der Baubeginn für den neuen Zugang zum Diözesanmuseum mit geplantem Info-Point hängt ab vom weiteren Verlauf der Grabungsarbeiten und den Planungen der Stadt St. Pölten für die Neugestaltung des Domplatzes.