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Altar aus St. Pölten ist Prunkstück von Reformationsausstellung

Andreasaltar außenseite, Diözesanmuseum St. Pölten

St. Pölten – Wien, 17.02.2017 (dsp) Der Andreasaltar aus dem Spätmittelalter ist als Leihgabe des Diözesanmuseums St. Pölten einer der Höhepunkte der Ausstellung zum Reformationsjubiläum „Brennen für den Glauben. Wien nach Luther“ im Wien Museum am Karlsplatz. Die bis 14. Mai geöffnete Schau soll daran erinnern, dass Wien ein halbes Jahrhundert eine mehrheitlich protestantische Stadt war.

Der Flügelaltar des Künstlers Hans Siebenbürger aus den 1470er-Jahren mit einer Statue des Apostel Andreas im Zentrum illustriert die von den Reformatoren formulierte Kritik am damals üblichen Ablasshandel. „Auf der Außenseite des Altares findet sich die Darstellung der armen Seelen im Fegefeuer, die durch das Messopfer sowie durch gute Werke erlöst werden“, erklärt Manuela Rechberger vom Diözesanmuseum. „Von der Hostie sowie von der Almosenspende gehen rote Linien aus, die die Menschen im Fegefeuer erlösen, diese werden von Engeln gerettet.“

Der Andreasaltar befand sich ursprünglich in der Andreaskapelle am ehemaligen Friedhof rund um die Klosterkirche, dem heutigen Domplatz. Als die Kapelle 1786 abgetragen wurde, wurde deren Ausstattung verkauft. Nach einer wechselvollen Geschichte mit zahlreichen Besitzern wurde der Altar 1997 von der Diözese St. Pölten erworben und gelangte schließlich in das Diözesanmuseum – und somit ganz in die Nähe seines ursprünglichen Aufstellungsortes.

Die Ausstellung im Wien Museum umfasst 250 Objekte, darunter als weitere Highlights erstmals gemeinsam gezeigte Originaldokumente aus dem Österreichischen Staatsarchiv wie einen von drei erhaltenen Erstdrucken der Thesen Luthers aus dem Jahr 1517, das für Protestanten bis heute gültige Augsburger Bekenntnis von 1530 in der ältesten Abschrift in deutscher Sprache, sowie auch das Originaldokument des Augsburger Religionsfriedens von 1555 mit der Unterschrift von Kaiser Ferdinand I. Behutsam eingebettet sind die Schaustücke in die ausführliche Darlegung der Reformations- und Stadtgeschichte.

Ausstellung