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„Alles was Recht ist“ – NÖ Landesausstellung in Pöggstall

NÖ Landesausstellung - Foto: Klaus Pichler

Pöggstall, 02.03.2017 (dsp) Wo Menschen ihr zusammenleben organisieren, entsteht Recht. Die Niederösterreichische Landesausstellung „Alles was Recht ist“ im Schloss Pöggstall blickt bis 12. November 2017 in fünf Kapiteln auf die Geschichte der Rechtsprechung und deren aktuelle Entwicklungen.

Bei der feierlichen Eröffnung betonte Landeshauptmann Erwin Pröll, dass das Zusammenleben einer Gesellschaft nur funktionieren könne, wenn nicht nur Rechte beansprucht, sondern auch Pflichten erfüllt würden. Zu diesen Pflichten gehörten der Dank gegenüber den Vorfahren, der Respekt vor der Geschichte, die Bereitschaft zur Eigenverantwortung und das Bekenntnis zum Miteinander. Pröll mahnte den Mut zum Rechtgeben ebenso ein wie einen starken Sinn für Gerechtigkeit.

Die Ausstellung zeigt Entwicklungslinien in der Gesetzgebung auf, stellt Fragen nach Vergeltung und Strafe und beleuchtet neue Formen wie Diversion und Mediation. Demonstriert wird die Aushöhlung des Rechtssystems in der NS-Zeit, deren Auswirkungen und die schleppende Aufarbeitung des Unrechts in der Zeit nach 1945. Originalobjekte, multimediale und interaktive Stationen vermitteln die Inhalte auf spannende Weise, wie die wissenschaftliche Leiterin der Ausstellung, Elisabeth Vavra, erklärte.

Der Kulturvermittlung komme in Form eines diskursiven Rundgangs bei der Landesausstellung eine wesentliche Rolle zu. Ein Austausch mit relevanten Fragen zu Themen Recht und Gerechtigkeit, eng geknüpft an die Objekte, Darstellungen und Inszenierungen der Ausstellung fällt den Gästen zu. Nicht die Rolle der Zuhörenden, sondern jene des Gesprächspartners steht im Fokus. „Im besten Fall werden Fragen des Zusammenlebens offen diskutiert, entsteht das, was für die Beteiligten bedeutsam ist, im gemeinsamen Gespräch“, betonte Wolfgang Schmutz, Verantwortlicher für die Kulturvermittlung. Aufgrund thematisch sensibler Inhalte kann der Gast unterschiedliche Wege durch die Ausstellung wählen; dies gilt besonders für Schulgruppen und Familienrundgänge.

Pöggstall – ein Zentrum höfischer Kunst

Eine eigene Sonderausstellung unter dem Titel Schloss Pöggstall – zwischen Region und Kaiserhof widmet sich im Rondell den sensationellen Erkenntnissen der Bauforschung und der Besitzgeschichte. „Schloss Pöggstall war von Bedeutung! Innovativste Architektur, modernste Malerei, wie sie erst später für das Kaiserhaus dokumentiert ist, wurden hier verwirklicht – international gefragte Künstler waren in Pöggstall tätig“, schilderten die beiden Wissenschaftler Andreas Zajic und Peter Aichinger-Rosenberger. Zu sehen sind u.a. der kostspielige Kostümharnisch Wilhelms von Rogendorf von 1523, ein weltbekanntes und weltberühmtes Unikat oder auch eine Leihgabe aus der Eremitage Sankt Petersburg, das Porträt des Georg von Rogendorf.

Die Broschüre „Auf den Zweiten Blick“ führt in die umliegende Landschaft auf einem lehrreichen und lebendigen Rundweg um das Schloss von ca. einer Stunde mit überraschenden Aus- und Einblicken. Des Weiteren bilden 6 Waldviertel-Stationen eine Auswahl der schönsten Ausflugsziele rund um das Schloss Pöggstall. Zwischen Donau, Ysper- und Weitental bis hin zum Weinsberger Wald eröffnet sich eine vielfach unbekannte Welt, die einlädt, sie zu entdecken. „Niederösterreichische Landesausstellungen machen die unmittelbare Bevölkerung stolz auf ihre Region. Durch das breite Bühnenprogramm rückt die gesamte Ausstellungsregion Südliches Waldviertel in den Fokus und lädt zu einem mehrtägigen Aufenthalt ein “, sagte der künstlerischer Leiter Kurt Farasin.

Foto 1: Klaus Pichler 
Foto 2: Wolfgang Kunerth