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440.000 Österreicher freiwillig für Glaubensgemeinschaft tätig

Von den insgesamt 8,8 Millionen Einwohnern in Österreich engagieren sich 3,5 Millionen freiwillig und unbezahlt in Organisationen und Vereinen oder informell in der Nachbarschaftshilfe; rund fünf Prozent der Bevölkerung - also etwa 440.000 - tun dies im kirchlichen oder religiösen Bereich.

Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten, vom Sozialministerium beauftragten Studie des Meinungsforschungsinstituts IFES hervor, für die im Vorjahr 4.000 Österreicher ab 15 Jahren befragt worden waren.

Für welche Glaubensgemeinschaften sich die Menschen in Österreich engagieren, ist in der Studie nicht aufgeschlüsselt (5,16 der 8,8, Millionen Menschen waren mit Stichtag 31. Dezember 2016 katholisch). Dennoch bietet sie interessante Teilaspekte. So sind Frauen mit 59 Prozent der im religiös-kirchlichen Bereich Engagierten deutlich in der Mehrzahl. Und in keinem der anderen Bereiche (z.B. Rettungs- und Katastrophendienste, Kunst/Kultur/Freizeit, Umwelt/Natur/Tierschutz oder politische Arbeit) ist der Anteil der Nichtberufstätigen so hoch; dem entspricht, dass die 50- bis 70-Jährigen im kirchlichen Bereich eine besonders zahlenstarke Gruppe bilden.

Mit Abstand am höchsten ist im religiös-kirchlichen Bereich auch der Anteil an Volunteers mit Migrationshintergrund: Gleich 21 Prozent der hier Engagierten haben Wurzeln im Ausland - um sechs Prozent mehr als im nächstfolgenden, dem Sozial- und Gesundheitsbereich. Und viele - egal ob Zuwanderer oder nicht - zeichnet Verlässlichkeit aus: 46 Prozent engagieren sich regelmäßig für ihre Glaubensgemeinschaft, gegenüber 15 Prozent, die hier "einmalig/zeitlich begrenzt" angeben.

Gegenüber dem Jahr 2006 hat sich der Prozentsatz der Ehrenamtlichen laut Studie in den Sektoren Sport, Bildung, Umwelt sowie im Bereich der bürgerlichen Aktivitäten bzw. der Arbeit gesteigert; im kirchlichen Bereich und im Kulturbereich sei ein leichter Rückgang festzustellen. Dazu schränken die Meinungsforscher jedoch ein, dass die meisten Verschiebungen innerhalb der statistischen Schwankungsbreiten liegen. "Auch dort, wo sich prozentuale Rückgänge manifestieren, heißt das noch nicht, dass weniger Menschen als im Jahr 2006 in den genannten Bereichen ehrenamtlich tätig sind." Hier sei der Bevölkerungszuwachs der letzten Jahre in Österreich zu berücksichtigen.

"Alleinstellungsmerkmal der Österreicher"

Sozialminister Alois Stöger würdigte die durch die IFES-Studie belegte hohe Bereitschaft zum freiwilligen Engagement als "Alleinstellungsmerkmal der Österreicherinnen und Österreicher". Um dabei die soziale Absicherung zu erhören, sei am Mittwoch ein Initiativantrag im Nationalrat eingereicht worden. Dieser solle Verbesserungen für das freiwillige Sozialjahr und Auslandsdienste bringen. Das freiwillige Sozialjahr soll auch weiterhin bei Rettungsorganisationen geleistet werden können. Wie schon nach dem Zivildienst üblich, soll auch nach dem freiwilligen Sozialjahr die Familienbeihilfe in der Übergangszeit bis zum Studium ausgezahlt werden. Zudem soll die langfristige Finanzierung von Auslandsdiensten gesichert werden. Darüber diskutiert werden soll am 12. Oktober, bei der letzten Nationalratssitzung dieser Legislaturperiode.

(KAP, 06.10.2017)