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28.000 Pfarrgemeinderäte neu gewählt

Österreich Katholiken habe ihre Pfarrgemeinderäte neu gewählt: An die 28.000 Mandate in 3.000 Pfarren wurden bei den Wahlen am Sonntag vergeben. Ein endgültiges Wahlergebnis ist erst Ende der Woche zu erwarten.

Erste Zwischenergebnisse bei rund drei Viertel der ausgezählten Gemeinden weisen aber darauf hin, dass der Anteil der Frauen in den Pfarrgremien erneut gestiegen ist. Im Österreich-Durchschnitt sind künftig sechs von zehn Pfarrgemeinderats-Mitgliedern weiblich.

Regional sehr unterschiedlich ausgefallen ist die Wahlbeteiligung: Je nach Diözese haben nach bisher vorliegenden Angaben zwischen knapp 10 bis 31 Prozent der insgesamt 4,6 Millionen wahlberechtigten Katholiken ihre Stimme abgegeben. Die österreichweite Gesamtbeteiligung werde damit nur unwesentlich unter der Marke von 2012 bleiben, prognostizierte Johannes Pesl, Pfarrgemeinderats-Referent der Erzdiözese Wien, Montagfrüh. Vor fünf Jahren hatten sich 19 Prozent, also rund jeder fünfte wahlberechtigte Katholik, beteiligt.

Mit leichten Rückgängen bei der Wahlbeteiligung schlossen demnach die Erzdiözese Wien und Salzburg sowie die Diözesen Klagenfurt, Linz, St. Pölten, Eisenstadt und Innsbruck. Einen kleinen Zuwachs bei der Wahlbeteiligung erzielte hingegen die Vorarlberger Diözese Feldkirch. Verglichen mit den sonntäglichen Gottesdienstbesuchern ist die Wahlbeteiligung in keiner Diözese abgefallen, in den Diözesen Linz und Salzburg sogar deutlich gestiegen. "Sehr zufrieden" mit dem Ergebnis zeigte sich dementsprechend die PGR-Referentin der Erzdiözese Salzburg, Klaudia Achleitner, in einer ersten Reaktion. "Die Zahl der Gottesdienstbesucher ist in den vergangenen Jahren gesunken. Trotzdem haben wir hinsichtlich der Wahlbeteiligung ein leichtes Plus verzeichnen können. Der Wunsch der Gesellschaft, Kirche mitzugestalten, ist da", so Achleitner.

Dass die Auszählung der Wahlergebnisse noch einige Tage dauern wird, liegt laut den Verantwortlichen vor allem daran, dass etliche Pfarrgemeinden ihre PGR-Wahl nach dem sogenannten Urwahlmodell durchgeführt haben. Die Wahlberechtigten wählen ihre Pfarrvertreter dabei nicht aus einer Kandidatenliste, sondern direkt aus allen wählbaren Mitgliedern der Pfarrgemeinde. Erst nach dem Urnengang werden die Gewählten gefragt, ob sie die Wahl annehmen, was das Weitermelden des pfarrlichen Wahlergebnisses an die jeweilige Diözese freilich verzögert. Aus diesem Grund liegt etwa aus der steirischen Diözese Graz-Seckau noch kein repräsentatives Bild der Wahlergebnisse vor.

Neben dem österreichweiten Trend zum weiter wachsenden Frauenanteil unter den Pfarrgemeinderats-Mitgliedern lassen die ersten Ergebnisse auch zwei weitere Prognosen zu. Erneut dürfte rund die Hälfte der gewählten Pfarrgemeinderats-Mitglieder neu in das Gremium einziehen, die anderen übernehmen die Aufgabe für eine weitere fünfjährige Periode. Im Pfarrvergleich sehr unterschiedlich stellt sich das Durchschnittsalter der Gewählten dar - ganz "jungen" Gremien mit 35 Jahren Durchschnittsalter stehen auch solche mit 68 Jahren gegenüber. Insgesamt beträgt das Durchschnittsalter nach derzeitigem Auszählungsstand 52 Jahre. Der Anteil unter-30-jähriger Pfarrgemeinderats-Mitglieder ist mit 10 Prozent sogar gestiegen. "Erfreulicherweise wird auch engagierten Jugendlichen zugetraut, wesentliche Anstöße für ein attraktives Pfarrleben einzubringen", so Pesl.

Erste Glückwünsche an die gewählten Pfarrgemeinderäte kamen u.a. vom Salzburger Erzbischof Franz Lackner. "Der Einsatz der Ehrenamtlichen ist für die Lebendigkeit pfarrlichen Lebens von entscheidender Bedeutung. Ich wünsche den neuen Pfarrgemeinderätinnen- und räten viel Freude bei ihrer Tätigkeit", teilte er mit. Lackner wandte sich zudem mit der ausdrücklichen Bitte an alle Gewählten, die Gläubigen ihrer jeweiligen Pfarren "anwaltschaftlich" zu vertreten: "Seien sie ein Sprachrohr für die Armen und Kranken und dort, wo Kirche besonders gefordert ist. Es ist so wichtig, dass Sie auch das liturgische Leben mit Freude mittragen", so der Erzbischof.

Die Pfarrgemeinderats-Wahlen finden alle fünf Jahre statt. Zuständig ist der Pfarrgemeinderat gemeinsam mit dem Pfarrer oder Pfarrvorsteher, der zugleich PGR-Vorsitzender ist, für die Gestaltung und Entwicklung des pfarrlichen Lebens. Innerhalb des PGR gibt es verschiedene Zuständigkeiten für Aufgaben wie etwa Liturgie, Jugendarbeit oder Finanzen. Gemeinsam mit den gewählten Mitgliedern, die rund zwei Drittel der Pfarrgemeinderäte ausmachen, bilden amtliche Mitglieder wie Priester, Diakone, Pastoralassistenten sowie berufene bzw. entsandte Mitglieder wie etwa Religionslehrer die Pfarrgemeinderäte.