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St. Pölten: Internationale Tagung über Spiritualität im Alter

Foto: Peter Moser, Referent für Seniorenpastoral der Diözese St. Pölten, Erich Wagner-Walser, Leiter des Bildungshauses St. Hippolyt, Senioren-Landesrätin Barbara Schwarz, Beatrix Auer (Senioren-Pastoral Wien), Nikolaus Faiman (Senioren-Pastoral Eisenstadt), Edith Habsburg-Lothringen, Vorsitzende der Senioren-Pastoral der Diözese St. Pölten, Maria Wallisch (Senioren-Pastoral Salzburg), Sepp Winklmayr, Direktor der Pastoralen Dienste der Diözese St. Pölten.

St. Pölten, 11.3.2016 (dsp) Vom 9. bis 11. März lud die Arbeitsgemeinschaft Altenpastoral der Diözesen Österreichs und Südtirol im Bildungshaus St. Hippolyt in St. Pölten zu einem hochkarätigen Symposium unter dem Titel: „Die zweite Halbzeit entscheidet. Umbrüche, Lebensentwürfe, Spiritualität ab der Lebensmitte".

Die Kultur einer Gesellschaft lasse sich daran ablesen, wie die Wertschätzung und die Beziehungen der Generationen zueinander funktionieren, erklärte Bischof Klaus Küng in einem Grußwort an die Teilnehmer/innen. Dieses wurde von der Vorsitzenden der Seniorenpastoral der Diözese St. Pölten, Edith Habsburg-Lothringen vorgetragen. Weiters betonte der St. Pöltner Bischof: „Die heutige Gesellschaft braucht uns ältere und alte Menschen, sie braucht Wissen und die Reife, sie braucht Klugheit aus Erfahrung. Natürlich müssen wir bereit sein zu lernen und offen sein für Begegnung.“ In unserer Gesellschaft, gerade auch in den politischen Prozessen, brauche es eine geglückte und ausgewogene Berücksichtigung aller Generationen. Wo dieser Fokus verkürzt werde, entstünden zwangsläufig Probleme und  Verarmung.

„Die zweite Hälfte ist entscheidend“ – Bischof Küng thematisierte dies in seinem Grußwort auch aus dem Blick des Glaubens heraus. „Was lässt sich daraus ableiten? Ich halte es für geradezu existenziell, sich vor Augen zu halten, dass es im Altwerden, im dritten Drittel des Lebens, bei allem Bewusstsein der Vergänglichkeit unseres Körpers und Geistes nicht langsam bergab geht, wir uns quasi immer mehr in Selbstauflösung befinden, sondern dass diese von Gott geschenkte Lebensphase hundertprozentig gleich wirksam ist, vor Gott gleich „echt“ und bedeutungsvoll ist, wie jede Lebenszeit davor.“ Alterszeit sei keine „Resterlzeit“. Sie könne, dürfe und solle ihre eigenen Früchte bringen. Ihm gefalle das Vorbild von Mutter Teresa, die einmal mit 80 Jahren gesagt habe, sie fühle sich innerlich wie 18.

Außerdem wolle er alle darauf hinweisen, wie wichtig es sei, andere Leute anzusprechen: Vielen, gerade solchen, die alleine sind, fehle oft eine Person, die sie auf konkrete Möglichkeiten aufmerksam macht oder zu der einen oder anderen Veranstaltung oder zu gesellschaftlichem Engagement einlädt.

Landesrätin Schwarz: Grenzen eingestehen lernen

Landesrätin Barbara Schwarz – auch zuständig für Seniorenangelegenheiten in Niederösterreich – empfahl, sich auch einzugestehen, dass es Grenzen gebe und man solle nicht einem Jugendideal hinterherhecheln. Sie kritisierte in diesem Zusammenhang Hochglanzzeitungen oder das Fernsehen, die unverwirklichbare Ideale wie ewige Schönheit oder ein Nie-Erschöpft-Sein zeigen würden. Die Seniorenpastoral könne aufzeigen, „sich selbst annehmen, wie und was man ist“. Weiters könnten ältere Menschen auf den Schatz der Erfahrung verweisen.

Theologe Hofer: Kunst des Loslassens im Alter

Der Feldkircher Theologe Markus Hofer referierte über Herausforderungen für Männer in der zweiten Lebenshälfte. Er sprach über die Kunst des Loslassens. „Je mehr wir diese Kunst im Leben geübt haben, desto leichter falle es auch, vom Leben loszulassen – also die Ars moriendi, oder Kunst des Sterbens“. Durch das Loslassen des Karriere- oder Leistungsdenkens könne man lernen, neu zu genießen und gleichzeitig genügsamer zu werden. Der Blickwinkel werde größer und könne zu mehr Lebensfreude im Alltag führen. Es gelte, vom Müssen zur Muße zu kommen. Ältere müssten erkennen, dass es nach dem Zyklus des Aufstiegs zum Abstieg führe. Dieser Abstieg könne  - spirituell gesprochen – ein Abstieg zu mehr Demut, Milde, Barmherzigkeit und Weisheit sein. Druck falle weg: man müsse nicht mehr allen gefallen, immer recht haben oder überall dabei sein. Qualität statt Quantität sei die Kunst.

"Die besten Sachen zum Lachen"

Bei der Tagung der Arbeitsgemeinschaft Altenpastoral sprachen weiters der Schweizer Pastoraltheologe Prof. Leo Karrer über die Achtsamkeit für den Rhythmus des Lebens bis hin zum Sterben. Die Heidelberger Theologin Christine Schaumberger referierte über feministisch-befreiungstheologische Blicke auf Erfahrungen des Alterns. Das Alter als Herausforderung für Identität und Spiritualität nahm der Wiener Theologe Karl-Heinz Steinmetz in den Blick.
 
Kultureller Höhepunkt der Tagung war ein Abend mit Otto Schenk. Er las "die besten Sachen zum Lachen". Abgeschlossen wurde die Tagung schließlich mit einem Gottesdienst in der Kapelle des Bildungshauses St. Hippolyt, dem der Wiener em. Weihbischof Helmut Krätzl vorstand.

Foto: Peter Moser, Referent für Seniorenpastoral der Diözese St. Pölten, Erich Wagner-Walser, Leiter des Bildungshauses St. Hippolyt, Senioren-Landesrätin Barbara Schwarz, Beatrix Auer (Senioren-Pastoral Wien), Nikolaus Faiman (Senioren-Pastoral Eisenstadt), Edith Habsburg-Lothringen, Vorsitzende der Senioren-Pastoral der Diözese St. Pölten, Maria Wallisch (Senioren-Pastoral Salzburg), Sepp Winklmayr, Direktor der Pastoralen Dienste der Diözese St. Pölten.