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Pater und Jugendliche am Lagerfeuer
 
 

Priester erhielten Update über die evangelische Kirche

Priesterstudientage

St. Pölten, 25.02.2016 (dsp) Im kommenden Jahr begeht die evangelische Kirche das Reformationsgedenkjahr. Aus diesem Anlass beschäftigten sich die Priesterstudientage vom 22. bis 24. Februar mit der Reformation hierzulande, der evangelischen Kirche sowie deren Spiritualität. 130 Priester, Diakone sowie Pastoralassistent/innen nahmen daran im St. Pöltner Bildungshaus St. Hippolyt teil. Das war auch ein Zeichen der großen Wertschätzung gegenüber der evangelischen Kirche.

„Für viele Priester war es ein Update ihres Studiums“, so Weihbischof Anton Leichtfried, der in der Diözese für die Aus- und Weiterbildung der Priester zuständig ist. Viele Reformen der Kirchengeschichte sowie die Lehre von Martin Luther seien dabei in den Blick genommen worden, so Leichtfried. Man müsse immer wieder neu klären, wie es in früheren Zeiten tatsächlich gewesen sei und es sei wichtig, neue Erkenntnisse zu gewinnen.

Der St. Pöltner Weihbischof begrüßte, dass in den letzten 50 Jahren das Gemeinsame mit der evangelischen Kirche vor dem Trennenden in den Mittelpunkt gestellt worden sei. Die katholische Kirche könne viel von der evangelischen lernen. Es tue der katholischen Kirche gut, sich mit den evangelischen Kernthemen wie Gnade, Glaube, Christus, Bibel und persönliche Entscheidung zu beschäftigen. Wichtig sei ihm, dass man nicht nur über die evangelische Kirche spreche, sondern auch mit den evangelischen Christen und ihnen persönlich begegnet.

Anton Leichtfried verwies auf gemeinsame spirituelle Wurzeln: Viele evangelische Traditionen, die bei der Priesterstudientagung erläutert wurden, würden die katholischen Priester in der Fastenzeit und bei Meditationen entdecken. Die letzten Tage seien jedenfalls eine gute Vorbereitung für intensive Begegnungen im kommenden Reformationsgedenkjahr 2017 gewesen, so Weihbischof Leichtfried.

Für die Priesterfortbildungen in den nächsten Jahren kündigte er als zentrales Thema den Islam an. Weiters betonte er seine Freude, dass bei den vergangenen Priesterstudientagen ein gutes Klima, eine positive Atmosphäre sowie ein großes Interesse an den Referaten unter den Geistlichen zu spüren gewesen sei.

Referenten waren der Erfurter Theologe Prof. Josef Freitag, der über Reformation und evangelische Theologie aus katholischer Perspektive sprach, Prof. Sven Grosse aus Basel, der über Kernpunkte evangelischer Spiritualität referierte sowie der Kirchenhistoriker Thomas Prügl.