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Katholische Frauenbewegung fordert nach Köln breite Gewaltdebatte

Die Katholische Frauenbewegung Österreich (kfbö) fordert angesichts der Übergriffe in der Silvesternacht in Köln eine breite Debatte über Gewalt gegen Frauen.

Das mit den Kölner Vorfällen verbundene "Novum im Spektrum der Gewalt gegen Frauen" dürfe nicht davon ablenken, "dass sexualisierte Gewalt gegen Frauen ein alltägliches Phänomen ist, das sich hauptsächlich im nahen sozialen Umfeld, im Freundes- und Familienkreis der Opfer ereignet", so kfbö-Vorsitzende Veronika Pernsteiner in einer Aussendung am Mittwoch. Die öffentliche Debatte verlange Wahrhaftigkeit und Integrität und müsse maßvoll und den Tatsachen entsprechend geführt werden.

Pernsteiner warnte vor einer Doppelmoral. Es sei nicht akzeptabel, dass Gewalt gegen Frauen in bestimmten Zusammenhängen erwähnt und öffentlich debattiert, in anderen Zusammenhängen verdrängt oder heruntergespielt werde. "Wo bleibt der Aufschrei, wenn die Fauenberatungsstellen alljährlich ihre Berichte veröffentlichen?", fragte die kfbö-Vorsitzende. Europaweit habe nach Angaben der "European Union Agency for Fundamental Rights" 2014 jede dritte Frau körperliche und/oder sexuelle Gewalt erlebt, dies überwiegend im vertrauten Umfeld.

Gewalt gegen Frauen müsse mit ausreichender Aufmerksamkeit begegnet werden, gesamtgesellschaftlich wie auch seitens des Staates und seiner Institutionen. "Frauen haben ein Recht darauf, dass ihr Schutz und ihr Anspruch auf Gleichberechtigung auf allen Ebenen sichergestellt sind", so Pernsteiner. Das bedeute auch, die Verantwortung im Falle sexualisierter Gewalt nicht von Männern weg- und Frauen zuzuschieben, indem etwa Frauen aufgefordert werden, durch ihr Äußeres keinen Anlass zu Übergriffen zu geben oder sich nur in männlicher Begleitung auf nächtliche Straßen zu begeben.

Entschieden wandte sich die kfbö auch gegen die Gewalt, die mit Fremdenhetze einhergeht: "Das beginnt schon mit der Sprache, wenn etwa ein Lokal unwidersprochen als 'asylantenfrei' tituliert werden kann, wenn in Politik und Medien immer dreister behauptet und argumentiert werden darf. Die Verrohung in der Sprache führt unweigerlich zu einer Verrohung im Tun", warnte Pernsteiner.

(13.01.2016, KAP)