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Katastrophale Lage der Christen in Syrien

Nach den Worten des Apostolischen Administrators von Jerusalem, Erzbischof Pierbattista Pizzaballa, ist die Situation der Christen in Syrien, Irak und Ägypten eine "völlige Tragödie und Katastrophe".Zwei Drittel der syrischen Bevölkerung seien auf der Flucht, zu den materiellen Zerstörungen käme die noch schwerwiegendere Zerstörung der menschlichen Beziehungen hinzu.

Gewalt und Extremismus hinderten die Menschen, in ihre Heimat zurückzukehren. <--break->Pizzaballa äußerte sich am Montag in Jerusalem in seiner ersten Pressekonferenz als provisorischer Leiter des Lateinischen Patriarchats. Der italienische Franziskaner wurde vor drei Monaten in seiner lombardischen Heimat zum Bischof gewählt.  

Bei der Pressekonferenz, in der auch die diesjährige Weihnachtsbotschaft der Kirche des Heiligen Landes vorgestellt wurde, warf Pizzaballa der internationalen Gemeinschaft Tatenlosigkeit in den verschiedenen Konflikten im Nahen Ostens vor. Die Menschen seien "der leeren Slogans und fehlender Ergebnisse müde", sagte er. Der Norditaliener zog eine kritische Jahresbilanz: 2016 sei "ein sehr schwieriges und herausforderndes Jahr" für die Region gewesen. 

 Lage im Heiligen Land "ungesund"

Auch die Lage im Heiligen Land bezeichnete Pizzaballa als "ungesund". Auf politischer Ebene herrsche im israelisch-palästinensischen Konflikt Stillstand, es mangle an Dialogbereitschaft und Engagement für einen gerechten Frieden und Sicherheit. "Unsere Zukunft scheint verschwommen, es mangelt uns an Vision", heißt es in der Weihnachtsbotschaft wörtlich. Dutzende Initiativen der vergangenen Jahre hätten zu keinen Ergebnissen geführt und auch international stehe der Friedensprozess nicht mehr auf der Agenda.

Pizzaballa kritisierte die wiederholten Vandalismusakte gegen Kircheneigentum und heilige Stätten. Auch das Problem der staatlichen Mitfinanzierung der christlichen Schulen sei weiterhin ungelöst und stelle die betroffenen Bildungseinrichtungen vor eine "beispiellose Krise".

Mit Blick auf die katholische Kirche im Heiligen Land betonte der Patriarchatsverwalter die Notwendigkeit einer spirituellen Erneuerung. Er kündigte Reformen im Bereich der Organisation, Administration und der Pastoral an. Einzelheiten zu konkreten Projekten nannte er nicht.

Positiv äußerte sich der Erzbischof zum ökumenischen Dialog der Kirchen im Heligen Land. Zwar sei man noch weit von einer Einheit entfernt, jedoch habe sich das Verhältnis erheblich gebessert. Als ein Ergebnis der besseren Zusammenarbeit bezeichnete Pizzaballa die begonnenen Restaurierungsarbeiten an der Grabkapelle der Jerusalemer Grabeskirche sowie die andauernde Restaurierung der Geburtskirche in Bethlehem.

(KAP, 19.12.2016)