Diakonenweihe 2018 in der Stiftskirche Melk
Pfarrmedienwettbewerb 2018
Dank-Kampagne für Bischof Klaus Küng
 
 

Früherer Nuntius Farhat gestorben

Der frühere Apostolische Nuntius in Österreich, Erzbischof Edmond Farhat, ist am Samstag im Rom nach längerer Krankheit im Alter von 83 Jahren verstorben. Der aus dem Libanon stammende Geistliche vertrat von 2005 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2009 als erster Bischof aus einer unierten Ostkirche in Wien den Papst.

Das Requiem für den Vatikan-Diplomaten, der Titularerzbischof seiner Heimatstadt Byblos war, fand am Montag im Petersdom unter der Leitung von Kardinal Angelo Comastri statt.

Edmond Farhat wurde am 20. Mai 1933 in Ain Kfaa in der maronitisch-katholischen Eparchie Dschubail im Libanon geboren. Er studierte Theologie, Philosophie und kanonisches Recht, promovierte über die Qumran-Schriften und wurde 1959 vom damaligen maronitischen Patriarchen von Antiochien zum Priester geweiht. In Rom war er ab 1962 u.a. als Leiter der arabischen Abteilung von Radio Vatikan und an der Glaubenskongregation tätig.

1989 wurde Farhat von Papst Johannes Paul II. in den diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls berufen und zum Titularerzbischof von Dschubail (Biblos) ernannt. In der Folge repräsentierte der Erzbischof den Heiligen Stuhl in Algerien, Tunesien, Slowenien und Mazedonien und dann in der Türkei und in Turkmenistan.

In seiner Amtszeit in Österreich bereitete Fahrat die Bischofsernennungen der Weihbischöfe Anton Leichtfried (St. Pölten), Franz Scharl und Stephan Turnovszky (Wien) vor. Farhat zeigte reges Interesse für ökumenische Fragen. In seine Amtszeit fiel u.a. der Besuch von Papst Benedikt 2007 sowie die Rangerhöhung der Philophisch-Theologischen Hochschule Heiligenkreuz. Das Stift Heiligenkreuz bezeichnet den Vatikan-Diplomaten in einem Nachruf als "treuen Freund unseres Klosters" und würdigt seine "orientalische Mentalität".

Auch nach seiner Emeritierung war Farhat noch wissenschaftlich und schriftstellerisch tätig. Er verfasste mehrere Bücher in Italienisch, Französisch, Deutsch und Arabisch über die Entwicklung der Bischofssynoden von 1967 bis 1989, den Nahen Osten und den Vatikan. Sein 2015 auf Arabisch erschienener Vatikan-Führer wurde zu einem Bestseller.

(19.12.2016, KAP)