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Flüchtlingsbetreuung: Gutes Zusammenleben fördern

Vertreterinnen und Vertreter von Flüchtlingsinitiativen mit Pfarrer Karl Schlöglhofer (sitzend, zweiter von rechts) und Christian Köstler von der Caritas (ganz links), Foto: Caritas

Haag, 07.12.2016 (dsp) Das gute Zusammenleben in den Gemeinden zu fördern sei bei der Flüchtlingsbetreuung die größte Herausforderung für die Zukunft. Das war der Tenor eines Vernetzungstreffens von Flüchtlingsinitiativen im Mostviertel. 25 Vertreterinnen und Vertreter aus zehn Gemeinden trafen sich auf Einladung der Caritas zu einem intensiven Erfahrungsaustausch über die Herausforderungen in der regionalen Flüchtlingsarbeit im Pfarrhof Haag.

Rückblickend konnte festgestellt werden, dass im Jahr 2016 „enorm viel geschehen“ sei: Wohnungen und Quartiere wurden gefunden, Deutschkurse angeboten, schulische Unterstützung für Kinder organisiert und große freiwillige Initiativen haben sich gebildet, wie Christian Köstler von der Caritas zusammenfasste.

Die Basis für ein funktionierendes Zusammenleben sei eine entsprechende Ausbildung sowohl für die Erwachsenen als aus für die Kinder. Viele Schulen bemühten sich sehr, den Kindern einen guten Start zu ermöglichen, wie berichtet wurde. Teilweise fehlten jedoch zusätzliche Lehrkräfte um alle Kinder entsprechend zu fördern. Besonders für Jugendliche sei es derzeit schwer im Bildungssystem den richtigen Platz zu finden. Das Angebot an Deutschkursen wird je nach Region unterschiedlich bewertet. „Wichtig ist die rasche Umsetzung der geplanten Kurse für Asylwerber“, betonte Köstler. Einige Flüchtlinge konnten bereits erfolgreich am Arbeitsmarkt Fuß fassen, viele sind noch auf Suche oder absolvieren Qualifizierungsmaßnahmen.

Mit Sorge berichteten die Flüchtlingsbetreuer von „extrem langen Wartezeiten“ im Asylverfahren; vielfach dauerten die Verfahren bereits mehr als ein Jahr. Schwierig werde die Situation auch für jene Asylberechtigten die keine Arbeit finden und deren Mindestsicherung nun gekürzt wird, fürchteten einige der Betreuer. „Nach fast zwei Jahren intensiver Arbeit brauchen wir mehr Unterstützung und Entlastung durch Gemeinden und Land“, wünschten sich zahlreiche freiwillige Helferinnen und Helfer.

Foto (Caritas): Vertreterinnen und Vertreter von Flüchtlingsinitiativen mit Pfarrer Karl Schlöglhofer (sitzend, zweiter von rechts) und Christian Köstler von der Caritas (ganz links).