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Flüchtlinge: Beschäftigung ist tauglichstes Mittel zur Integration

Foto (Caritas), v.l.n.r.: Diakon Harald Braun (Pfarre Öhling) P. Michael Prinz (Stift Seitenstetten), Gabriele Starkl, (Gärtnerei Starkl,) Harald Vetter (AMS Amstetten) Christian Köstler (Caritas) und Mag. Andreas Geierlehner (Wirtschaftskammer Amstetten)

Seitenstetten, 10.11.2016 (dsp) Mehr als 80 Personen aus dem ganzem Bezirk, vorwiegend freiwillige Helferinnen und Helfer in der Flüchtlingsbetreuung, folgten der Einladung der Caritas und des Bildungszentrums St. Benedikt zum Informationsabend zum Thema „Flüchtlinge und Arbeitswelt“. Die Referentin und Referenten gaben unter der Moderation von Christian Köstler aus unterschiedlichen Blickwinkeln interessante Einblick in die aktuelle Situation.

Die Unternehmerin Gabriele Starkl berichtete von ihren durchaus positiven Erfahrungen mit zwei Flüchtlingen im eigenen Unternehmen und von der erfolgreichen Lehrstellensuche für drei jugendliche Flüchtlinge. Andreas Geierlehner von der Wirtschaftskammer gab einen Überblick über mögliche Fördermaßnahmen für Unternehmen und Beschäftigte. Es gebe zahlreiche Unternehmen, die bereit seien Flüchtlinge aufzunehmen. Mangelnde Deutschkenntnisse und teilweise kulturelle Unterschiede stellten derzeit jedoch noch „eine große Hürde“ dar, so Geierlehner.

Der Leiter vom AMS Harald Vetter stellte Zahlen zum Arbeitsmarkt vor: Derzeit sind im Bezirk rund 2400 Leute beim AMS als Arbeitssuchend vorgemerkt, dem gegenüber stehen rund 400 offene Stellen. Aktuell sind 223 Asylberechtigte beim AMS Amstetten vorgemerkt. Vetter berichtete auch über erste erfolgreiche Vermittlungen von Asylberechtigten am Arbeitsmarkt, vor allem im handwerklichen Bereich. Das Pilotprojekt der Kompetenzchecks ist für Vetter ein Schritt in die richtige Richtung und soll auch 2017 weiter ausgebaut werden.

Pater Michael Prinz vom Stift Seitenstetten zog einen interessanten Verglich der heutigen Situation mit den Erfahrungen, die er als Helfer in der Bosnienkrise gemacht hatte. Auch damals hab die Integration in den Arbeitsmarkt „einige Jahre gedauert“. Diakon Harald Braun aus der Pfarre Öhling berichtete über seine Erfahrung, wie schwierig es vor allem für wenig qualifizierte Leute ist, am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

Rascher Spracherwerb notwendig

Alle Referent/innen betonten die Notwendigkeit eines raschen Spracherwerbs, als Basis für einen gelungenen Einstieg ins Berufsleben. Übereinstimmend wurde auch betont, dass für Jugendliche und junge Erwachsene verstärkt der Bereich der Lehrlingsausbildung in dem Blick genommen werden sollte. Trotz einiger erfolgreicher Beispiele werde es noch längere Zeit dauern, die Menschen in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Die Freiwilligen in der Flüchtlingsarbeit wünschten sich bessere Informationen über die Vielzahl an Förderungen und Möglichkeiten. Es wurde auch der Wunsch nach einer zentralen Anlaufstelle und mehr professioneller Unterstützung für die Freiwilligen im Bezirk geäußert, fasste Christian Köstler von der Caritas die anschließende Diskussionsrunde zusammen. Er bedankte sich auch bei den vielen Freiwilligen für ihre Engagement: „Ohne die Freiwilligen wäre vieles an Integration noch nicht möglich gewesen.“

Foto (Caritas), v.l.n.r.: Diakon Harald Braun (Pfarre Öhling) P. Michael Prinz (Stift Seitenstetten), Gabriele Starkl, (Gärtnerei Starkl,) Harald Vetter (AMS Amstetten) Christian Köstler (Caritas) und Mag. Andreas Geierlehner (Wirtschaftskammer Amstetten)