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Erziehungspartnerschaft nach Mater Schörl

Referentinnen und Referent beim Schörl-Austauschtreffen in St. Pölten

St. Pölten, 05.12.2016 (dsp) Rund 50 Pädagoginnen und Pädagogen aus ganz Österreich, Südtirol und Deutschland tauschten sich in St. Pölten über Erfahrungen mit den Erziehungskonzepten von Mater Margarete Schörl (1912-1991) aus. Die Leistungen der Pionierin moderner Kindergartenpädagogik und Schwester der „Englischen Fräulein“ in St. Pölten (heute Congregatio Jesu) werden in ihrer Heimat erst seit ihrem 100. Geburtstag 2012 wieder in Erinnerung gerufen. Im Ausland, so auch in Deutschland, werden Schörls Konzepte schon seit langem erfolgreich umgesetzt.

Bei der Tagung in der Bundesbildungsanstalt für Elementarpädagogik stand der Austausch von Erfahrungen mit Schörls Erziehungspartnerschaft zwischen Eltern und Pädagoginnen im Mittelpunkt. „Kleine Kinder können nicht Grundsätzen nachleben, sie können nur Menschen nachleben“, zitierte Mitveranstalterin Doris Kloimstein von der Fachstelle Beziehung-Ehe-Familie der Diözese St. Pölten die Pädagogik-Pionierin.

Kindererziehung nach Schörl beinhalte nachgehende Führung, die als Erziehungsziel einen eigenverantwortlichen, freien Menschen mit einer humanistischen Wertehaltung habe, so Kloimstein. Weiters werde die Individualität jedes Kleinkindes in den Mittelpunkt allen erzieherischen Tuns gestellt und die jedem Kind eigenen Fähigkeiten im Sinne eines offenen und flexiblen Lernens gefördert. Elternbildung sei in der Schörl-Pädagogik eine „Erziehungspartnerschaft“, die die „natürliche Elternkompetenz“ fördere und stärke. Die Anleitung, die Schörl für eine liebevolle Begleitung von Kindern gebe, sei durch die Neurowissenschaften bestätigt, wie Kloimstein betonte.

Für Margarete Schörl sei es erwiesen gewesen, „was immer wir für die Kinder tun, auch den Eltern zugute kommt; was immer wir an den Kindern unterlassen, das versäumen wir auch an den Eltern“, sagte Sonderkindergartenpädagogin und Schörl-“Wiederentdeckerin“ Anna Ruschka zur Erziehungspartnerschaft. Es sei wichtig, wie die Erzieher – Eltern wie Pädagoginnen – mit dem „natürlichen Potenzial“ des Kindes umgingen. Die „Erziehung zur Mitmenschlichkeit“ fordere jedoch vom Kind auch „Dinge zu tun, auf die es keine Lust hat“. Dabei gelte es jedoch, „nicht absichtlich etwas hinzuzufügen, um es einzuüben“, so Ruschka: „Das normale Leben fordert genug, und am besten wirkt das Vorbild der Erwachsenen.“