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Caritas bezahlt keine Handys für Flüchtlinge

Caritas-Dorektor Friedrich Schuhböck

St. Pölten, 08.01.2016 (dsp) Caritas-Direktor Friedrich Schuhböck hat einen offenen Brief verfasst, um Gerüchten entgegenzuwirken, die "gezielt in die Welt gesetzt werden, um die Caritas in Misskredit zu bringen und um Vorurteile gegen Flüchtlinge zu schüren". Die Caritas wolle ihre Energie nicht auf das ständige Dementieren von Falschaussagen richten, sondern "lieber dafür arbeiten, dass Menschen in Not geholfen wird". "Wichtig ist uns, dass nicht eine Gruppe von Bedürftigen gegen eine andere ausgespielt wird", wie Schuhböck betont. "Deshalb möchte ich als Caritas-Direktor die hartnäckigsten Gerüchte hier öffentlich widerlegen."<--break->

Der offene Brief von Caritas-Direktor Friedrich Schuhböck im Wortlaut:

Die Caritas hilft allen Menschen in Not unabhängig von Herkunft, Nationalität oder Religion. Das ist auch in der Flüchtlingsarbeit nicht anders. Dabei sind wir mit vielen Fragen konfrontiert, die wir gerne beantworten, weil Information hilft, Ängste und Vorbehalte abzubauen. Wir erleben dabei jedoch, dass Gerüchte gezielt in die Welt gesetzt werden, um die Caritas in Misskredit zu bringen und um Vorurteile gegen Flüchtlinge zu schüren. Wir möchten unsere Energie jedoch nicht auf das ständige Dementieren der gleichen Falschaussagen richten sondern lieber dafür arbeiten, dass Menschen in Not geholfen wird. Wichtig ist uns, dass nicht eine Gruppe von Bedürftigen gegen eine andere ausgespielt wird. Deshalb möchte ich als Caritas-Direktor die hartnäckigsten Gerüchte hier öffentlich widerlegen.

1.) „Die Caritas schenkt Flüchtlingen keine neuen Smartphones“. Dennoch wird von diesen Schenkungen, die falsch sind, immer wieder berichtet. Die Beschreibung des Vorgangs ist dabei immer gleich: Jemand habe gesehen, dass ein Flüchtling im Handyshop ein Smartphone aussuchte, ein Schreiben vorwies und das Handy mit dem Hinweis auf die Caritas ohne Bezahlung mitnehmen konnte. Diese Erzählungen sind falsch. Die Caritas kauft oder bezahlt weder Smartphones noch konventionelle Handys, und sie übernimmt auch keine Rechnungen. Die Caritas finanziert auch keine laufenden Kosten vorhandener Geräte. Die Caritas übernimmt keine Gesprächsgebühren.

2.) Die Caritas zahlt Flüchtlingen keine Markenkleidung, Küchen- und Wohnungseinrichtungen oder Flachbildschirme. Die Caritas finanziert auch keine Zigaretten oder andere Luxusartikel. Die Caritas übernimmt keine Rechnungen für Flüchtlinge in Supermärkten, Lokalen und anderen Geschäften. Im Falle von angeblichen Bordellgutscheinen führt sich dieses Gerücht von selbst ad absurdum.

Richtig ist, dass wir Flüchtlinge mit gebrauchten Kleidern, Schuhen und anderen Sachspenden, z. B. Spielzeug für die Kinder, unterstützen. Flüchtlinge bekommen von uns Gutscheine, damit sie die gebrauchten Waren in den carlas (Caritas Secondhand Läden) in St. Pölten, Amstetten, Krems und Vitis günstig beziehen können.
Auch in den Transitquartieren helfen und halfen wir den Flüchtlingen mit Sachspenden. Das betraf/betrifft in der Diözese St. Pölten die Transitquartiere in St. Pölten, Wieselburg und Bischofstetten. Bischofstetten ist noch aktiv, wird derzeit aber nicht als Transitquartier benötigt. Sachspenden, die wir bekommen haben, aber in der aktuellen Flüchtlingshilfe nicht einsetzen können (z. B. Sommerkleidung, Stöckelschuhe usw.) werden in den carlas verkauft. Mit den Einnahmen unterstützen wir Flüchtlinge und Menschen in Not in der Region. In den carlas können alle Menschen einkaufen. Da die carlas zum Teil randvoll mit Sachspenden sind, freuen wir uns über alle Menschen, die mit Ihrem Einkauf helfen.

Wir hoffen, dass wir hiermit Missverständnisse klären können und dass die zahlreichen HelferInnen und SpenderInnen, die der Caritas vertrauen, dies auch weiterhin tun.
Ich danke allen Menschen, die sich in der Flüchtlingsarbeit bisher engagiert haben, sei es in der Unterbringung, Begleitung, Betreuung und Hilfe im alltäglichen Zusammenleben.
Ich wünsche Ihnen ein segensreiches Jahr 2016 und ich bin überzeugt, dass wir die Herausforderungen im neuen Jahr gemeinsam gut bewältigen können.

Ihr
Mag. Friedrich Schuhböck
Direktor der Caritas der Diözese St. Pölten