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Bischof Küng: „Wenn Gott verschwindet, droht Gefahr“

Diözesanbischof DDr. Klaus Küng

St. Pölten, 26.12.2016 (dsp) Auf die Gefahr des Verlustes des Gottesbezuges des Menschen wies Bischof Klaus Küng in seiner Predigt am Weihnachtstag im Dom von St. Pölten hin. Wenn Gott verschwinde, drohe Gefahr: Der Mensch werde nicht mehr als einzigartiges Abbild Gottes gesehen, sondern er werde ein Machbarkeits-, ein Kosten- und Nutzenfaktor. Weihnachten sei darauf die Antwort, betonte Küng, und führe uns „in der tiefst möglichen Weise die Schönheit und die Bedeutung des menschlichen Lebens vor Augen“.

In einer seiner berühmten Weihnachtspredigten gelangte Papst Leo der Große zur Folgerung: „Christ, erkenne deine Würde! Du bist der göttlichen Natur teilhaftig geworden.“ Diese Worte seien auf uns bezogen wie, Küng sagte. Der Mensch neige dazu zu vergessen, dass sein Leben gottbezogen ist. Dabei bestehe die „Tragödie“ vieler Menschen gerade darin, dass sie so lebten als gäbe es keinen Gott. Aber auch gläubige Menschen müssten ihr Herz immer wieder „zentrieren“.

Eine der Gefährdungen der Naturwissenschaften, insbesondere der Medizin, sei es dass sich in der Zeit der Aufklärung von den anderen Geisteswissenschaften, insbesondere von Theologie und Philosophie abgekoppelt habe. Durch die Anwendung rein naturwissenschaftlicher Methoden bestehe die Gefahr, die Ganzheitlichkeit des Menschen zu übersehen, warnte Küng. Ethische Erwägungen würden nicht beachtet und so komme es, dass z. B. „naheliegend und vernünftig“ scheine, bei jedem Verdacht auf Behinderung Schwangerschaften zu beenden – „so als ginge es um ein krankes Glied, das man abtrennt“. Oder es wird Beihilfe zum Suizid geleistet, wenn das, was man heute als „Lebensqualität“ ansehe, nicht mehr gegeben sei.

Der Mensch gewordene Gott sei „der Schlüssel für unsere Selbsterkenntnis und für das Verständnis dessen, was der Mensch ist“, erklärte Küng. So werde auch die eigene Berufung offenbar und damit verbunden die eigene Würde, „die Würde jedes Menschen mit seiner Einmaligkeit und Geistigkeit“. Das Weihnachtsereignis sei „die Erklärung des Lebens, dessen Urheber und Ziel Gott ist“ und führe dazu, mit Gott verbunden leben zu lernen. „Damit öffnet sich der Weg zum inneren Frieden, zur Freude, zu einem Optimismus, der in Gott gründet; auch zur Ehrfurcht vor dem Leben.“

Die Predigt im Wortlaut