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Bischof Küng: Christsein in unserem Land neu entfachen

Foto: kathbild.at / Franz Josef Rupprecht

Wien, 15.12.2016 (dsp) „100 Jahre Fatima und 70 Jahre Rosenkranz-Sühnekreuzzug mahnen uns, dass wir auch heute in einer Zeit der Entscheidung leben“, betonte Bischof Klaus Küng bei der Eröffnung der Jubiläumsfeierlichkeiten zu den Marienerscheinungen in Fatima und zur Gründung der Gebetsaktion. „Es geht darum, das Christsein in unserem Land neu zu entfachen“, so der Bischof in seiner Predigt bei der Eröffnung des Jubiläumsjahres in der Wiener Franziskanerkirche, die in Vertretung von Nuntius Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen leitete. „Es ist daher richtig, wenn wir zum Rosenkranz greifen und beten, damit wir Hoffnung im Herzen tragen und Aufstehen zu einem neuen Aufbruch in die Zukunft, wie ihn Papst Franziskus wünscht.“

Küng erinnerte an das Beispiel von P. Petrus Pavlicek, der im Jahr 1947 in Mariazell die Eingebung erhalten habe, Menschen zu sammeln und um den Frieden zu beten. Dadurch entstand der Rosenkranz-Sühnekreuzzug (RSK), heute mit über 700.000 Mitgliedern in über 130 Ländern, der für die Wiedererlangung der Freiheit Österreichs betete.
Auch heute brauche es ein Netzwerk an glaubensstarken Gebetsgruppen, die sich mit konkreten Taten für die Zukunft einsetzten. Neben den weltweiten umfassenden Gefährdungen des Friedens, gebe es ein fortschreitendes Ausblenden Gottes in unserer Welt und einen Werteverfall insbesondere in Bezug auf den Schutz und die Würde des Lebens und auf die Familie. Auch die Kirche selbst treffe der regelmäßige Verlust von Kirchenmitgliedern und Gottesdienstbesuchern.

Fatima sei in besonderer Weise ein Aufruf zur Erneuerung des Glaubens und zum Frieden. Unser Land trage christliche Wurzeln, die bis in die Römerzeit zurückreichen. Das Christentum sei hier „wie ein Baum, der viele Stürme erlebt, auch Dürrezeiten und andere Katastrophen überstanden habe“, sagte Küng. Immer wieder sei der Baum erstarkt, aber es bedürfe dazu auch der Umkehr.
Die Erscheinungen von Fatima haben in den Seherkindern eine große Verantwortung für das Heil der Menschen geweckt. Es sei auch notwendig, die eschatologischen Wahrheiten in Erinnerung zu rufen, die den Seherkindern in Fatima vor Augen geführt wurden, dass es auch die Gefahr gäbe, verloren zu gehen, wie Küng betonte. Mit großer Liebe und viel Verständnis, aber doch auch mit Mut und Klarheit, sollten die Gläubigen im Alltag für ihre Mitmenschen Zeugen der barmherzigen Gegenwart Gottes werden.

Der Gottesdienst, der bewusst am 34. Todestag und 75. Priesterweihetag von Petrus Pavlicek stattfand, wurde mit einem Gebet bei seinem Grab unter der Kanzel der Franziskanerkirche beendet. Unter den zahlreichen Mitfeiernden war auch der emeritierte Linzer Bischof Ludwig Schwarz, der bald nach der Gründung des RSK noch als Kind gemeinsam mit der Familie ein Mitglied dieser Gebetsgemeinschaft für Kirche und Welt wurde.

Umfangreiches Festprogramm

Der Gottesdienst bildete den Auftakt zu einem umfangreichen Festprogramm, durch das der Rosenkranz-Sühnekreuzzug auf die bleibende Aktualität seines Anliegens hinweisen möchte. Der Wiener Stephansdom und die Franziskanerkirche werden dabei in den kommenden zwölf Monaten zentrale Anlaufpunkte sein. In speziellen Feiern der österreichischen Diözesanbischöfe in den großen Wallfahrtskirchen werden außerdem auch die Diözesen in das Jubiläum eingebunden sowie die Ordensgemeinschaften Österreichs.

Inhaltlich sieht das Festjahr Gottesdienste, ein umfangreiches Kultur- und ein eigenes Kinderprogramm (u.a. ein City-Kirchen-Entdeckungsfest) vor. Weitere Programmhöhepunkte sind u.a. eine Donau-Schiffswallfahrt mit Feuerwerk, Festkonzerte, Klosterpfade, ökumenische Diskussionen und politisch-historische Vorträge, eine Mariazell-Wallfahrt, ein Radio-Gottesdienst am Weltfriedenstag, eine Flugreise nach Fatima, das "Sommerkino" in der Franziskanerkirche, einen ORF/ZDF-Fernsehgottesdienst sowie ein Festmahl für die Armen von Wien.

Ein weiterer Höhepunkt im Festjahr wird die "Mariä Namen-Feier" am 9. und 10. September 2017 im Wiener Stephansdom. Erwartet werden zu diesem spirituellen Großereignis erneut tausende Gläubige. Neben Kardinal Christoph Schönborn und Erzbischof Franz Lackner wird der austro-brasilianische Bischof Erwin Kräutler daran teilnehmen.

Zum Abschluss des Festjahrs am 14. Dezember 2017 ist ein Gottesdienst in der Wiener Franziskanerkirche geplant, dem der emeritierte Kölner Erzbischof, Kardinal Joachim Meisner, vorstehen wird. Das detaillierte Programm des Jubiläumsjahrs ist auf der Website des "Rosenkranz-Sühnekreuzzugs" unter www.rsk-ma.at abrufbar.

Foto: kathbild.at / Franz Josef Rupprecht