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Bischöfe in Justizanstalten: „Ihr seid nicht allein“

Weihnachtsmesse mit Bischof Klaus Küng in der Justizanstalt Stein

St. Pölten-Krems, 23.12.2016 (dsp) „Ihr seid nicht allein!“ Das war die zentrale Botschaft von Bischof Klaus Küng und Weihbischof Anton Leichtfried, die in den Justizanstalten Stein und St. Pölten mit den Insassen die Weihnachtsmesse feierten.

Bischof Küng in Stein: „Für jeden gibt es Hoffnung“

„In der Dunkelheit strahlt ein Licht auf: Das ist die frohe Botschaft von Weihnachten, und diese gilt für alle Menschen, für die ganze Welt.“ Das betonte Bischof Küng beim Weihnachtsgottesdienst in der Justizanstalt Stein, die er mit rund 90 Insassen in der Anstaltskapelle feierte. Es sei ihm ein Bedürfnis, jedes Jahr hierher zu kommen mit der der Botschaft der Hoffnung. Die Lesungen des Gottesdienstes wurden in sechs Sprachen gelesen, um möglichst allen anwesenden Insassen die Frohbotschaft verständlich zu machen.

„Für jeden gibt es Hoffnung, ganz egal, was er gemacht hat“, sagte Küng. Deswegen sei Gott zur Welt gekommen – für jeden von uns. Freilich gebe es eine Voraussetzung dafür, dass der Retter auch in uns geboren werden kann: „Wenn die Einsicht fehlt, wenn wir meinen, wir brauchen keine Erlösung oder können uns selbst erlösen, dann ist kein Platz in der Herberge.“ Wenn aber diese Einsicht vorhanden sei, könne jeder Vergebung erlangen. Deswegen solle es zu Weihnachten bei jedem Menschen „Grund zur Freude“ geben, „denn es gibt Hoffnung, es gibt Vergebung, denn Gott ist mit uns“. Küng „Du bist nicht allein. So wird jedes Leben sinnvoll.“

Weihbischof Leichtfried in St. Pölten: „Das Leben von Menschen erhellen“

„Nicht wenige Menschen könnten Weihnachten nicht so feiern, wie sie es vielleicht wollen“, so Weihbischof Anton Leichtfried beim Weihnachtsgottesdienst in der Justizanstalt St. Pölten. Dazu würden etwa Menschen zählen, die um Angehörige trauern oder die eine Scheidung hinter sich haben – oder eben Insassen einer Justizanstalt.

„Schon Kleinigkeiten können das Leben von Menschen erhellen“, hob Weihbischof Leichtfried hervor. Weihnachten falle hierzulande in eine kalte und dunkle Zeit. Mit Jesus Christus sei das Licht in die Welt gekommen und er möchte unser Leben erleuchten. Schon ein Licht könne einen ganzen Raum erfüllen. Jede und jeder Einzelne könne Freude bringen. Es genüge oft schon ein freundlicher Gruß oder ein netter Blick, um Menschen fröhlich zu stimmen. So könnten wir ein Licht in die Welt bringen, auch in dunklen Zeiten. Und das koste nicht einmal etwas. Weihbischof Leichtfried lud auch dazu ein, für drei andere Menschen zu beten: „Wer ist uns nahe? Vielleicht beten wir auch für die, die wir nicht mögen.“

Ein Gutteil der Insassen feierte den Gottesdienst mit, der von Sängern der Diözese St. Pölten musikalisch umrahmt wurde. Gefangenenhausseelsorger Prälat Josef Wansch feierte übrigens bereits zum 49. Mal den Weihnachtsgottesdienst mit.