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Abt Wilfinger: Spiritualität und soziales Engagement untrennbar

Abt Mag. Georg Wilfinger

Melk, 14.12.2016 (dsp/KAP) Spiritualität und soziales Engagement gehören untrennbar und gleichwertig zusammen: Das hat Georg Wilfinger, Abt von Stift Melk, in der ORF-Sendung "Niederösterreich heute" betont. Der ORF widmete Wilfinger anlässlich seines 15-Jahre-"Jubiläums" als Abt des Wachauer Benediktinerstifts ein Portrait.

Engagement für Flüchtlinge

Das Stift sei keine Selbstzweck für die Mönche, sondern offen für alle Menschen - für spirituell und kulturell Interessierte genauso wie für Menschen in Not und auf der Flucht, so der Abt. Anfang des Jahres wurde eine Wohncontainer-Anlage auf dem Sportplatz des Stifts errichtet, die rund 30 Flüchtlinge, darunter viele Familien, beherbergt.

Die Container-Anlage wurde vom Stift um mehr als 180.000 Euro aus Eigenmitteln gebaut, und war deshalb notwendig, weil im Stift alle Räume ausgenützt sind, vor allem auch, da die zum Stift gehörende Schule in den letzten Jahren stark ausgebaut wurde. Betreut werden die Asylwerber vor Ort von der Caritas. Der regelmäßige Kontakt zum Stift und zur Schule ist durch einzelne Mitbrüder der Benediktiner gegeben.

Spiritualität und soziales Engagement seien für ihn "gleichrangig", sagte Abt Georg. Unter den Flüchtlingen gebe es keine Christen, trotzdem seien sie natürlich ins Stift integriert. "In der Osternacht waren alle in der Kirche bei der Feier mit dabei."

Ein großes Anliegen ist dem Abt auch das Projekt "Auro Danubia" im rumänischen Saniob, wo Waisenkinder und sozial vernachlässigte Kinder auf vielfältige Weise unterstützt werden. Die Schirmherrschaft über das Projekt hat das Stift Melk inne. Abt Georg ist auch regelmäßig selbst vor Ort.

Wilfinger ist nicht nur Abt von Stift Melk, sondern auch noch Pfarrer in Großriedenthal bei Tulln. Die Begegnung mit den Menschen in der Pfarre "tut mir selber gut und hoffentlich auch den Menschen vor Ort", sagte er. Mitten im Adventrummel könne er auch den Christkindlmärkten etwas abgewinnen. Das Angebot sei überall ähnlich, das wichtigste seien aber die Begegnungen mit den Menschen, könnten sich doch bei einem Glas Glühwein gute Gespräche entwickeln.

UNESCO-Welterbe mit einer halben Million Besuchern

Das imposant über der Donau thronende Stift Melk ist ein Besuchermagnet: Jährlich kommen rund 500.000 Gäste, um die barocke Klosteranlage zu besichtigen. Mit Kaiserstiege, Museum zur Klostergeschichte, Marmorsaal, Bibliothek, Stiftskirche und dem angeschlossenen Park hat das Benediktinerstift viel zu bieten und gehört als Wahrzeichen der Wachau zum UNESCO-Welterbe. 1089 gegründet, leben seither in ununterbrochener Folge Benediktinermönche in Melk. Heute betreuen die 29 zum Stift gehörenden Benediktiner 23 Stiftspfarren. Im Stift befindet sich auch ein Gymnasium mit rund 900 Schülerinnen und Schülern.

Georg Wilfinger ist seit 2001 Abt von Stift Melk. Er wurde am 6. Oktober 1949 in Immendorf (NÖ) geboren, trat 1969 in das Benediktinerstift Melk ein und wurde 1975 zum Priester geweiht. Er war viele Jahre Konviktsdirektor, Professor am Melker Stiftsgymnasium und ist seit 1985 auch Pfarrer in Großriedenthal. 2013 wurde Wilfinger als Abt wiedergewählt. Sein Wahlspruch als Abt lautet "In gaudio servire" (In Freude dienen).