Ministranten
Adventmarkt
Herbstlandschaft Mostviertel
 
 

"Willkommen Mensch": Wohnungssuche für Flüchtlinge geht voran

Asyl-Infoabend in Mank: Bürgermeister Martin Leonhardsberger, Birgit Koller von der Diakonie und Pfarrer Wolfgang Reisenhofer

St. Pölten, 05.08.2015 (dsp/KAP) Über ein zügiges Vorankommen bei der Suche nach Wohnungen für anerkannte Flüchtlinge freut sich die in der Diözese St. Pölten gegründete pfarrliche Hilfs-Aktion "Willkommen Mensch". In neun niederösterreichischen Pfarrgemeinden konnte die Initiative bisher Flüchtlingsfamilien in Privatwohnungen unterbringen, in weiteren Gemeinden gibt es als ersten Schritt Informationsveranstaltungen. "Wir sind aber auf der Suche nach weiteren Wohnungen", so Initiator Christian Köstler, denn die Nachfrage reiße nicht ab. Die Aktion will vor allem Flüchtlingen mit positivem Bescheid unter die Arme greifen, denn, "sobald der Asylantrag positiv ist, fallen die Menschen aus allen Betreuungsangeboten."

Köstler kennt die Schwierigkeiten, die auf Flüchtlinge warten, ist ihr Antrag erst einmal positiv beschieden. "Dann fällt die Unsicherheit, ob eine Zukunft in Österreich möglich ist, zwar weg, dafür kommen neue Probleme hinzu", so der Projekt-Initiator. Mangelnde Deutsch-Kenntnisse, geringe finanzielle Mittel und Vorurteile in der Gesellschaft machten die Integration der Menschen aber auch die Wohnungssuche oder Behördengänge schwer. Genau hier setzt das Projekt "Willkommen Mensch" an. Wir wollen "schnelle und unbürokratische" Hilfe leisten.

Den Vorbehalten vieler Vermieter begegnet die Aktion mit direktem Kontakt und Information. "Bei der momentanen Stimmung in der Gesellschaft ist es verständlich, dass manche Vermieter verunsichert sind und sich überfordert fühlen", räumte Köstler ein. Die Zusage, auch nach Unterzeichnung des Mietvertrags, weiterhin unterstützend für Vermieter und Mieter da zu sein, nehmen aber vielfach die Angst. Schließlich ginge es nicht nur um die Unterbringung sondern auch um eine gelungene Integration der Menschen in die jeweilige Gemeinde.

"Außerdem ist hier nicht viel Geld zu machen." Gesucht werden Wohnungen, deren Miete inklusive der Betriebskosten einen monatlichen Betrag von 300 bis 400 Euro nicht übersteigen. "Damit es auch leistbar für die Menschen bleibt".
Neben der Wohnungssuche unterstützt "Willkommen Mensch" auch mit Sachspenden oder persönlicher Betreuung. In den Gemeinden Amstetten, Ardagger, Euratsfeld, Horn, Lunz, Radegg, Seitenstetten, Steinakirchen und Zwettl haben sich bereits aktive Gruppen gefunden, die Flüchtlingsfamilien individuell betreuen, Sprachkurse anbieten und einiges mehr. Außerdem wollen die Freiwilligen das Bewusstsein für die Probleme der Flüchtlinge - vor und nach dem Asylbescheid - schaffen.

Informationsveranstaltungen in Mank und Kilb

Mehr als 150 Besucher aus der ganzen Region kamen am vergangenen Dienstag in den Stadtsaal von Mank zum Asyl-Infoabend von Pfarre und Stadtgemeinde. Bürgermeister Martin Leonhardsberger und Pfarrer Wolfgang Reisenhofer freuten sich über das große Interesse. "In kleinen Einheiten ist die Asylthematik lösbar", zeigte sich Leonhardsberger überzeugt. "Wenn jede der 2.400 Gemeinden Österreichs nur einen Asylwerber aufnimmt, ist Traiskirchen entlastet." In Mank wohnen derzeit 8 Asylwerber, die Pfarre und die Gemeinde bemühen sich mit Privaten um die Integration: ob Organisation von Einrichtungsgegenständen, Sprachunterricht oder einfache Tätigkeiten am Bauhof. Reisenhofer erklärte sich auch bereit, im Pfarrhof Leute aufzunehmen.

Auch in Kilb hat sich eine ehrenamtliche Gruppe der Initiative "Willkommen Mensch" gebildet, die am 31. August zu einer Informationsveranstaltung zur Aufnahme von Asylwerbern im Gemeindezentrum "K4" einlädt. Die Kilber haben bereits Erfahrung mit Flüchtlingen: Seit einigen Jahren wohnen eine Familie aus Tschetschenien und eine Familie aus Afghanistan im "Verein-Wohnen-Haus" und werden während des laufenden Asylverfahrens von diesem Verein auch betreut. Noch in diesem Herbst sollen weitere Wohnungen für Flüchtlinge aus Kriegsgebieten und deren Betreuung organisiert werden.

Bild: Asyl-Infoabend in Mank: Bürgermeister Martin Leonhardsberger, Birgit Koller von der Diakonie und Pfarrer Wolfgang Reisenhofer