Wie "Profis" Weihnachten feiern | Referat für Kommunikation
 

 
Kräutersegnung Maria Taferl
Fotoshooting Bischof
Jugendtheater Göttweig "Cyrano"
 
 

Wie "Profis" Weihnachten feiern

Foto: Weihnachten bei den Seitenstettnern Franziskanerinnen Missionarinnen Mariens

Seitenstetten, 21.12.2015 (dsp) Seit einigen Jahren leben und wirken elf Franziskanerinnen Missionarinnen Mariens (FMM) in Seitenstetten. „Für uns ist der Heilige Abend ein besinnlicher Tag, weil wir uns die Vorbereitungen immer gut einteilen“, erzählt Hausoberin Sr. Theresia Schwentner und gibt Einblicke in den Tagesablauf des 24. Dezember.

Für die Ordensfrauen beginnt der 24. Dezember mit dem Feiern der Heiligen Messe in der Seitenstettner Stiftskirche und anschließender Laudes – dem Morgengebet, dann gibt´s Frühstück und anschließend gehen alle ihrer Arbeit nach. „Zwischendurch haben wir Anbetung“, so Sr. Theresia. Um 11:45 Uhr gibt es das Mittagsgebet und das Essen. Am Heiligen Abend wird Fisch zu Mittag aufgetischt, etwas Einfaches. Dann werden die letzten Vorbereitungen auf das Fest gemacht. Um 17:30 Uhr feiern die Frauen die Vesper und die Haussegnung – also das bekannte „Ausräuchern“ in allen Räumen. 

Als Festspeise gibt es immer eine Kalte Platte und Punsch. Heuer feiert eine Ordensschwester aus Polen mit – sie bringt Schmankerl und Kekse aus ihrer Heimat mit. Anschließend wünschen sich die Frauen Frohe Weihnachten. Um Mitternacht feiern die Ordensleute die Weihnachtsmette im Stift mit, bei der sie manchmal verschiedene Aufgaben wie das Kommunionausteilen oder die Lesung übernehmen. Dann geht’s zurück in das Ordenshaus, das am Fuße des Stifts liegt. Nach dem Weihnachtsgottesdienst sitzen sie bei Kakao zusammen und musizieren gemeinsam und haben gute Stimmung. Da werden alle Talente eingebracht: Gitarre, Flöte oder Zither. Die Ordensoberin Sr. Theresia: „Wir versuchen, diesen Tag, an dem wir die Geburt Jesu feiern, als Tag der Freude zu leben.“ Dazu zähle, Hektik zu vermeiden.

Geschenke? Alles wird gemeinsam aufgeteilt

Wie sieht es mit Geschenken aus? Diese werden am 25. Dezember geöffnet. Die Frauen bekommen viele Packerl von Verwandten, von Seitenstettnern oder von Eichgrabnern, wo die Schwestern früher lebten. Sr. Theresia erzählt: „Wir geben alle Packerl auf den Tisch und öffnen sie gemeinsam und da wir keinen persönlichen Besitz haben, wird alles verteilt, so wie es jede eben brauchen kann.“ Und was schenkt man Ordensfrauen? „Meist Kerzen, Bücher oder Gewand“, so Theresia Schwentner.

Sr. Michaela Gehart – voll engagiert

Bei der bekannten Sr. Michaela Gehart, die seit Herbst Pastoralassistentin in Seitenstetten und St. Michael ist, braucht es schon ein gewisses Maß an Zeitenmanagement, da sie voll eingespannt ist. Ua. feiert sie mit Kindern aus St. Michael eine Krippenandacht und in Seitenstetten am Vormittag die „Kinderkirche“, zu der immer besonders viele Menschen kommen. Sie spürt: „Die Menschen haben noch Sehnsucht, Weihnachten zu feiern.“

Und sie beschenkt vier Flüchtlingsfamilien, die sie mitbetreut, mit Überraschungen. Manche von diesen baten Sr. Michaela bereits, ihnen von Jesus Christus zu erzählen und sie singen mit ihr auch Weihnachtslieder.

Von Afrika Weihnachten neu gelernt

Bei aller Freude über Traditionen und Brauchtum ist Sr. Michaela aber auch eines wichtig: den Inhalt des Weihnachtsfestes zu erkennen. Sie war früher im Missionseinsatz in Mauretanien. Und dort feierten sie in einem schlichten Zelt und hatten nur ein paar Figuren der Krippe. Auch Muslime seien gekommen und hätten sich stark dafür interessiert, was die Christen dort feierten. Es sei heiß – und damit ungewohnt - gewesen und sie habe Sehnsucht nach dem Weihnachten hierzulande bekommen. Aber dann begriff sie: Es geht bei Weihnachten nicht so sehr um das Rundherum, sondern um das Wesentliche: um die Menschwerdung Gottes und die Geburt Jesu – dem Erlöser.

Foto: Weihnachten bei den Seitenstettnern Franziskanerinnen Missionarinnen Mariens