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„Sternenkinder“: Neue Gedenkstätte in Tulln für Kinder, die rund um Geburt gestorben sind

Foto: Krankenhausseelsorgerin Elfie Haindl, Künstlerin Katrin Erger, Pfarrer von Tulln-Stephan, Krzysztof Kowalski vor dem neuen Bild in der Kapelle des Universitätsklinikums Tulln

Tulln, 12.12.2015 (dsp) Im Universitätsklinikum Tulln wurde eine Gedenkstätte für „Sternenkinder“ eröffnet – für Eltern und Angehörige, die um Kinder trauern, die vor, während oder nach der Geburt verstorben sind. Diese entstand auf vielfachem Wunsch und auf Initiative der Teams von Geburtshilfe und der katholischen Seelsorge in der Kapelle des Klinikums. Damit gibt es einen Ort, zu dem sich Trauernde in ihrem Schmerz zurückziehen können. Die Kapelle ist für alle jederzeit zugänglich, unabhängig von Einstellung und religiösem Bekenntnis.

Der Termin wurde rund um den internationalen „Sternenkinder“-Gedenktag gewählt, der an jedem 2. Sonntag im Dezember ist. Die Initiative Weltweites Kerzenleuchten (Internationales Worldwide Candle Lighting) unterstützt und begeht am zweiten Sonntag des Monats Dezember einen jährlichen Weltgedenktag für alle verstorbenen Kinder. Die Initiatoren und Unterstützer laden Angehörige in der ganzen Welt ein, an diesem Tag ihrer verstorbenen Kinder, Enkel und Geschwister besonders zu gedenken. Die Initiatoren laden dazu ein, um 19 Uhr eine Kerze zu entzünden.

Die Gedenkstätte soll daran erinnern, dass diese Kinder wirklich existiert haben und dass es eine Verbundenheit gibt, die über den Tod hinaus bleibt. Ein Bild, das von den Künstlern José Erger und seiner Tochter Katrin geschaffen wurde, zeigt Spuren im Sand, die Richtung Sonne verlaufen. Für Betroffene gibt es die Möglichkeit, in symbolischer Form auch ihr Kind dort einzureihen. Bei einer schlichten Feier wurde die Gedenkstätte ihrer Bestimmung übergeben und vom Tullner Pfarrer Krzysztof Kowalski gesegnet. Übrigens: Zeitgleich zur Eröffnung der Gedenkstätte kam das 900. Kind im Klinikum Tulln zur Welt. 

In Niederösterreich gibt es bereits an mehreren Orten, wo Eltern und Angehörige ihrer viel zu früh verstorbener Kinder gedenken können: etwa das Kindergrab in St. Pölten und in Melk, in Amstetten gibt es eine Gedenkstätte seit 18 Jahren, in Scheibbs, Horn, Waidhofen/Thaya oder die Kerzengrotte in der Basilika Maria Taferl.

Foto: Krankenhausseelsorgerin Elfie Haindl, Künstlerin Katrin Erger, Pfarrer von Tulln-Stephan, Krzysztof Kowalski vor dem neuen Bild in der Kapelle des Universitätsklinikums Tulln