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Silvesterpredigt: Bischof Küng dankt Menschen für Flüchtlingshilfe

Bischof Klaus Küng

St. Pölten, 31.12.2015 (dsp) „Ein bewegtes Jahr liegt hinter uns“, so Diözesanbischof Klaus Küng in seiner Predigt bei der Jahresschlussandacht im St. Pöltner Dom. Bischof Küng: „Mehrmals haben uns Schreckensnachrichten aus anderen Ländern erreicht: von Terror und Krieg, auch von schrecklichen Christenverfolgungen. Und was uns alle beschäftigt hat: das ist der gewaltige Flüchtlingsstrom, der ein Ausmaß erreicht hat, das wir uns vor einem Jahr nicht hätten vorstellen können.“
Predigt im Wortlaut 

Kirchlich habe es eine ganze Reihe von außerordentlichen Ereignissen gegeben: Papst Franziskus hat im März ein außerordentliches Heiliges Jahr, ein Jahr der Barmherzigkeit, angekündigt, das am 8. Dezember bereits eröffnet worden ist. In der Öffentlichkeit sehr präsent waren die Vorbereitungen und die Durchführung der Bischofssynode über die Sendung der Familie heute. Zudem fand im Herbst das Weltfamilientreffen mit 1,5 Millionen Teilnehmern in Philadelphia statt. Besondere Aufmerksamkeit in der Weltöffentlichkeit habe die päpstliche Enzyklika „Laudato si“ erweckt, die gewissermaßen als kirchliche Vorbereitung des Weltklimagipfels in Paris gedient habe.

Gesellschaftspolitisch gab es, abgesehen vom Wunsch der Regierung und der EU, in adäquater Weise auf das Flüchtlingsproblem zu reagieren und die derzeitigen wirtschaftlichen Herausforderungen anzugehen, auch in dem zu Ende gehenden Jahr ein Ringen um die Klärung einiger den Lebensschutz und die Familie betreffende Fragen: „Die wichtigsten Themen waren das Fortpflanzungsmedizingesetz, die neu aufgeflammte Debatte über assistierten Suizid und die Bewilligung der Adoption für homosexuelle Paare.“

 Dank für Einsatz bei Flüchtlingsbetreuung

„Insgesamt haben wir – so scheint mir – viele Gründe, Gott zu danken, weil wir trotz aller Kriegswolken am Horizont ein weiteres Jahr in Frieden leben durften, uns trotz mancher wirtschaftlicher Probleme eines beachtlichen Wohlstandes erfreuen und im Zusammenhang mit den Flüchtlingen gerade auch kirchlicherseits gut reagiert haben“, so der St. Pöltner Bischof in seiner Silvesterpredigt. Anfangs sei die diesbezügliche Reaktion aus verschiedenen Gründen eher zögerlich gewesen, aber dann hätten sich Pfarren, Klöster, Gläubige in unterschiedlichen Konstellationen immer stärker dem Anliegen geöffnet und viel geleistet. „Besonders hervorheben möchte ich den Einsatz der Caritas und einiger diözesaner Stellen und Einrichtungen. Es hat mich wirklich gefreut, zu beobachten wie sich die Flüchtlingshilfe entwickelt hat. Viele tun mit. Da kann ich nur sagen: Vergelt’s Gott!“

Die Flüchtlingsproblematik werde uns sicher weiter fordern und auch unabhängig von den Entscheidungen der Politik „werden wir jenen, die in Not sind, weiterhelfen, ohne eine obere Grenze festzulegen. Wir werden jene, die kommen, in ihren Glaubensüberzeugungen respektieren, prinzipiell immer offen sein für alle, wenn sie wirklich in Not sind. Aber wir werden ihnen doch auch deutlich machen, dass wir von ihnen den gleichen Respekt auch für unsere Kultur, unseren Glauben erwarten, wenn wir sie bei uns aufnehmen.“

„Schließlich möchte ich darauf hinweisen, dass im kommenden Juli in Krakau das Weltjugendtreffen stattfindet. Beten wir dafür und überlegen wir, wen wir auf unserer Umgebung darauf aufmerksam machen können. Es sollte eine ansehnliche Gruppe von Jugendlichen aus unser Diözese dabei sein“, so Bischof Küng in seiner Predigt bei der Jahresschlussandacht.

Predigt im Wortlaut