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Pfarrliche Flüchtlingsbetreuung in Ybbsitz: „Wir sind eine Familie geworden“

Foto: Eva Groß (Pfadfinderleiter), Diakon Hermann Helm, Mohammed, Basil, Monika Bramauer (Sozialausschuss der Pfarre), Bürgermeister Josef Hofmarcher, Mitarbeiterin Monika Lueger, Nura, Haya, Abudi, Kaplan P. Vitus Weichselbaumer.

Ybbsitz, 18.09.2015 (dsp) „Wo so große Not herrscht, muss man helfen“, betont Monika Bramauer. Sie wirkt im Sozialausschuss der Pfarre Ybbsitz mit und begleitet seit März mit anderen Pfarrmitarbeiter/innen zwei syrische Flüchtlingsfamilien mit insgesamt neun Personen. Acht davon haben mittlerweile Asylstatus, einer einen befristeten. Gab es anfangs auch Vorbehalte im Ort, so wüssten nun alle: „Es gibt absolute keine Probleme mit ihnen.“ Familienvater Amadi sagt: „Wir sind mit unseren Ybbsitzer Begleitern mittlerweile wie eine Familie zusammengewachsen und sind dankbar für alles.“

Amadi denkt oft an Zuhause. An die Menschen, die er zurücklassen musste. An die vielen, die unter schwerster Not leiden und dauernd um ihr Leben fürchten müssen. Wichtig ist ihnen rasch Deutsch zu lernen. Sie leben sehr selbstständig, kümmern sich um den Garten des Hauses und wollen sich rasch integrieren. Da hat sich bereits viel ergeben: Teilnahme am Bergfest der Katholischen Jugend, Mitkicken beim Ortsturnier vom Fußballverein, Erleben der Pfadfinderbewegung oder Jugendveranstaltungen. Umgekehrt leben sie auch selber die Gastfreundschaft vor und luden die Ybbsitzer Helfer als Dankeschön zu einer Hausfeier ein, wo sie syrische Speisen serviert haben.. Die Ybbstaler bringen den muslimischen Flüchtlingen auch schon die wichtigsten Mostviertler Spiele bei: „Schwarzer Peter“ oder „Mensch ärgere Dich nicht“, was viele Lerneffekte mit sich bringe.

Die Pfarre Ybbsitz betont: „Es sind Menschen wie wir, sie haben gelebt wie wir und es sind unsere Freunde und Familie geworden.“ Wichtig sei es, gleich von Beginn an etwas für die Integration zu tun, das würde später bestimmt helfen. Die Stunden, die die Pfarrmitglieder aufbrachten, könne man nicht mehr genau zählen. Das habe begonnen mit der Renovierung des Hauses, die fast zwei Monate in Anspruch nahm. Weiters seien da das Erlernen der Sprache und Hilfe geben bei den Schulaufgaben. Oft geht es auch nur darum, dass man einfach da ist, dass sie Zeit bekommen zum Reden, dass man Interesse zeigt an ihrer Geschichte, ihrem Land und ihrer Kultur. Gemeinsame Ausflüge oder Wanderungen holen sie heraus aus ihrem oft sehr trüben Alltag. Wichtig ist auch das Einkaufenfahren oder die Begleitung zu Ärzten und Behörden . Sind diese Wege auch zeitaufwändig, so laufe die Zusammenarbeit mit den Ämtern und Ärzten doch sehr kooperativ ab. Lobenswert zu erwähnen sei auch die gute Kooperation mit den Schulen. Das Lehrerteam mit ihren Direktoren sind sehr bemüht, das Bestmögliche für die drei schulpflichtigen Kinder zu tun.

Bürgermeister Josef Hofmarcher erklärt, die Gemeinde stünde zu 100 Prozent hinter der Initiative der Pfarre. Auch er sei froh, dass die Ybbsitzer und die Flüchtlinge gleich in der Phase der Grundversorgung aufeinander zugegangen seien. Hier spüre er viel menschliche Nähe. Hilfreich sei sicherlich, dass es in Ybbsitz eine starke Pfarre gebe, die viel bewege. Das seien oft Menschen die weniger reden, aber mehr tun, so Hofmarcher.

Foto: Eva Groß (Pfadfinderleiter), Diakon Hermann Helm, Mohammed, Basil, Monika Bramauer (Sozialausschuss der Pfarre), Bürgermeister Josef Hofmarcher, Mitarbeiterin Monika Lueger, Nura, Haya, Abudi, Kaplan P. Vitus Weichselbaumer.