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"Medien-Prälat" Josef Eichinger verstorben

Prälat Josef Eichinger +

St. Pölten, 17.12.2015 (dsp/KAP) Das katholische Medienwesen in der Diözese St. Pölten und in ganz Österreich trauert um "Medien-Prälat" Josef Eichinger, der am Mittwoch, wenige Wochen nach seinem 88. Geburtstag, nach schwerer Krankheit im Krankenhaus Hietzing in Wien verstarb. Das Mitglied des Domkapitels St. Pölten war langjähriger Spitzenrepräsentant des Niederösterreichischen Pressehauses und einer der profiliertesten kirchlichen Medienexperten.

"Die Nachricht über den Tod von Prälat Josef Eichinger hat mich sehr getroffen", sagte Bischof Klaus Küng in einer ersten Reaktion. "Prälat Eichinger hatte 36 Jahre lang im NÖ Pressehaus den Vorsitz des Beirates und des Aufsichtrates inne. Zugleich war er als Obmann des Pressevereines auch Herausgeber. Die „Kirche bunt“ wurde als ausgewogenes, inhaltsstarkes und ansprechendes Medium als Kirchenzeitung unter ihm maßgeblich geprägt und ist weit über die Diözese hinaus anerkannt. All seine Aufgaben hat Prälat Eichinger immer mit großer Umsicht wahrgenommen und er wurde aufgrund seiner Kompetenz, Geradlinigkeit und Selbstlosigkeit allgemein geschätzt. Für seine langjährige Arbeit in und für die Diözese bleibe ich ihm sehr dankbar. Ich bete für ihn."

Von 1978 bis 2014 war Eichinger Herausgeber der "Niederösterreichischen Nachrichten" (NÖN) und von 1983 bis 2014 Vorsitzender des Aufsichtsrates des NÖ Pressehauses. Im September vergangenen Jahres hatte er mitgeteilt, dass er für die anstehenden Neuwahlen im Pressehaus nicht mehr zur Verfügung stehe. Bis zuletzt leitete er aber noch die St. Pöltner Kirchenzeitung "Kirche bunt", die er seit 1985 als Direktor und Herausgeber geführt hatte.

Josef Eichinger wurde am 13. November 1927 in der Vojvodina im heutigen Serbien geboren. Nach der Machtergreifung der Tito-Kommunisten musste er als Angehöriger der deutschsprachigen Minderheit über Ungarn nach Österreich fliehen. Eichinger legte 1949 im Stiftsgymnasium Seitenstetten die Reifeprüfung ab. 1954 wurde er in St. Pölten zum Priester geweiht.

Es folgten erste Jahre als Kaplan in Haag, Gföhl und Tulln sowie in der Jugendseelsorge. In weiterer Folge war er als Religionsprofessor an mehreren Schulen tätig sowie Fachinspektor für den Religionsunterricht. Bald engagierte sich Eichinger auch in der kirchlichen Medienarbeit, u.a. als Geistlicher Assistent des damaligen "Katholischen Zentrums für Massenkommunikation". Einer breiten Öffentlichkeit wurde der profilierte Priester und Medienexperte 1983 im Rahmen des ersten Besuchs von Papst Johannes Paul II. in Österreich bekannt, wo er am dafür eingerichteten "ORF"-Studio am Küniglberg mitwirkte. Er war auch jahrelang geistlicher Assistent der Katholischen Fernsehkommission.

"Habe nichts davon angestrebt"

Der Einstieg in das kirchliche Medienwesen erfolgte für Eichinger 1978 mit der Wahl zum Obmann des "Preßvereins der Diözese St. Pölten", der zugleich Träger des seit 1874 bestehenden Niederösterreichischen Pressehauses ist. 1983 folgte die Bestellung Eichingers zum Aufsichtsratsvorsitzenden des Pressehauses. 1994 wurde er außerdem in das St. Pöltner Domkapitel berufen.

Im Rückblick auf seine zahlreichen Aufgaben in der Kirche und im katholischen Medienbereich sagte Eichinger zu seinem 80er in einem Interview für das Magazin "Der österreichische Journalist": "Ich bin immer nur gefragt, gerufen, gewählt oder ernannt worden, ich habe nichts davon angestrebt, wie das im Sinne der Lebensplanung sein könnte".

Für seine Verdienste wurde Eichinger unter anderem mit dem Goldenen Komturkreuz für Verdienste um das Land Niederösterreich sowie mit dem Ehrenring der Landeshauptstadt St. Pölten ausgezeichnet.