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Kirchenvertreter: Ohne Zivilgesellschaft wäre Situation vieler Flüchtlinge sehr kritisch

"Willkommen Mensch"-Engagierte

Amstetten, 16.12.2015 (dsp) Bei einem Pressegespräch der Plattform „Willkommen Mensch“ in Amstetten betonten die ehrenamtlich Engagierten, dass vieles bei der Flüchtlingsbetreuung und –integration ohne die Zivilgesellschaft nicht möglich wäre. „Willkommen Mensch“ ist eine überwiegend von Pfarren getragene Initiative in der Diözese St. Pölten, die eine gastfreundliche Aufnahme und menschenwürdige Unterbringung von Flüchtlingen garantiert.

Christian Köstler, der die Initiative maßgeblich forcierte, selbst in der Pfarre Amstetten-Stephan mitwirkt und Leiter der Pfarr-Caritas der Diözese St. Pölten ist, sagt: „Ohne Zivilgesellschaft wäre die Situation vieler Flüchtlinge sehr kritisch.“ Erst das Engagement von Plattformen wie „Willkommen Mensch“ ermögliche vieles. Köstler weiter: „Das Sozialsystem verlässt sich bei der Flüchtlingsbetreuung darauf, dass ‚irgendwer‘ was macht.“ Das bestätigten auch andere Vertreter von „Willkommen Mensch“, die stark in der Praxis stehen. Auch wenn die Behörden kooperativ und freundlich seien, werden die Gesetzgebung und der Staat kritisiert. So gebe es bald eine Deckelung der Mindestsicherung und die Asylwerber dürften nicht arbeiten, obwohl viele gut qualifiziert seien.

Weiterer Tenor: Die Geflüchteten seien dankbar für die Hilfe, gerade Kinder würden in den Schulen gut aufgenommen. Viele Menschen seien von den „Willkommen Mensch“-Mitwirkenden schon ins Herz geschlossen worden. Ein Problem sei, dass – trotz vieler leerer Wohnungen –Vermieter Angst haben, Flüchtlingen diese zu geben. Die Wohnungssuche habe schon besser funktioniert, so Köstler. Daher brauche es viel guter Öffentlichkeitsarbeit. Manches sei schon gelungen: Jene, die einst skeptisch waren beim Thema Flüchtlinge, würden nach den Begegnungen mit Flüchtlingen oft begeistert mitarbeiten. Auch Menschen, die sonst am Pfarr- oder Gemeindeleben kaum mittun, würden sich an „Willkommen Mensch“ beteiligen.

Insgesamt gibt es in der Diözese St. Pölten 23 Gruppen mit rund 800 Ehrenamtlichen, die sich unter dem Dach von „Willkommen Mensch“ für rund 700 Flüchtlinge engagieren. Die Aktivisten sagen, dass in den Pfarren und Gemeinden die Zahl der Mitarbeiter steige. Dazu kommen noch viele weitere Flüchtlinge in den Pfarren, die nicht von „Willkommen Mensch“-Pfarren betreut werden: insgesamt werden 1.439 Flüchtlinge von 97 Pfarren betreut, 34 weitere bereiten die Flüchtlingsbetreuung vor.

Was "Willkommen Mensch" tut und für die Gesellschaft leistet:
- unterstützen Asylwerber/innen in Quartieren der Grundversorgung
- zahlreiche Wohnungen zur Verfügung gestellt für Asylwerber und Berechtigte
- in kirchlichen Einrichtungen viele Menschen untergebracht
- viele, viele Deutschstunden gegeben
- hunderte Mensch zur Mitarbeit ermutigt und Engagement ermöglicht
- Begegnungsmöglichkeiten und Treffpunkte geschaffen
- unzählige Sachspenden und Möbel verteilt
- finanzielle Ressourcen durch Spenden und Benefizverantaltungen
- ein Netzwerk der Hilfe und der Begegnung im Mostviertel geschaffen
- eine gute Ausgangsbasis für Integration gelegt
- positive Erfahrungen mit Flüchtlingen ermöglicht und damit eine positiverer Grundstimmung gefördert