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Flüchtlingsaktion „willkommen MENSCH!“

Christian Köstler und Pfarrer Peter Bösendorfer von der Pfarre Amstetten-St.Stephan

Seitenstetten/Amstetten, 28.02.2015 (dsp) „willkommen MENSCH!“ nennt sich eine Initiative, die von der Pfarre Seitenstetten ausgeht, um Flüchtlingsfamilien aufzunehmen. In Zusammenarbeit von Pfarre und Gemeinde werden Unterkünfte und soziale Betreuung organisiert. Die Pfarren in Amstetten haben die Initiative bereits aufgegriffen und informieren am 2. März um 19 Uhr über das Projekt im Pfarrhof von St. Stephan. Weitere Pfarrgemeinden könnten folgen.

Wie findet man heute eine Unterkunft für Menschen, die nach Österreich geflohen sind? Das war die Ausgangsfrage, die sich der Seitenstettner Pfarrgemeinderat und der Sozialausschuss der Gemeinde gestellt haben. Die Antwort: Durch breite Zusammenarbeit. „Der einstimmige Tenor von Pfarre und Gemeinderat lautete: Wir wollen einen gemeinsamen Beitrag leisten und mindestens zwei Familien oder Wohngruppen von Hilfesuchenden Menschen aufnehmen“, berichtet Pastoralassistent Andreas Laaber. Um es potentiellen Eigentümern zu erleichtern, Wohnraum zur Verfügung zu stellen, wurde ein Betreuungskonzept entworfen: Jede Familie oder Wohngruppe soll intensiv von jeweils einem Team begleitet werden. Das heißt, eine Gruppe von vier bis fünf Freiwilligen übernimmt den Kontakt mit den Gästen, knüpft notwendige Verbindungen, sucht Lösungen für Anliegen und Probleme, vermittelt und leistet Aufklärungsarbeit.

„Es haben sich im Rahmen eines öffentlichen Informationsabends vom Flüchtlingsdienst der Diakonie viele Menschen für dieses Projekt begeistern können, und so gibt es nun zwei Wohnungen“, so Laaber. Ende Dezember ist die erste Familie im Rahmen des Projekts „willkommen MENSCH!“ nach Seitenstetten gekommen, Anfang Februar die zweite. Beide Familien stammen aus dem kurdischen Syrien. Über einen E-Mail-Verteiler mit mittlerweile über 70 Adressen können schnell und ohne großen Aufwand benötigte Dinge wie Einrichtungsgegenstände, Kleidung oder Dienstleistungen auf schnellstem Wege organisiert werden. „Das Projekt findet großen Anklang“, freut sich Laaber. „Laute kritische Stimmen wurden bisher nicht wahrgenommen, weil Anfragen kompetent und transparent beantwortet werden können.“ Wesentlich dazu beigetragen hat eine breit angelegte Informationskampagne in Pfarrbrief und Gemeindezeitung, die über die Situation von Asylsuchenden in Österreich aufgeklärt hat.

Das Modell von Seitenstetten wollen nun auch die Pfarren in Amstetten übernehmen. Am Beginn steht ebenfalls eine möglichst breite Information und Einbindung der Bevölkerung. So soll bei einem Informationsabend am 2. März auch um Mithilfe bei der Beschaffung von leistbarem Wohnraum, Möbeln und Hausrat, Unterstützung beim Erlernen der deutschen Sprache, Begleitung bei Behördengängen sowie finanzielle Unterstützung für notwendige Anschaffungen geworben werden.

„Gesetzt den Fall, ich oder meine Familie müssten fliehen, weil wir nicht töten wollen und nicht getötet werden wollen. Was würden wir uns von Menschen in anderen Ländern erwarten?“, fragt Initiator Franz Köstler vom Sozialausschuss der Pfarre Amstetten St. Stephan. „Wir möchten nicht tatenlos zusehen, sondern ein Zeichen setzten und einige Flüchtlinge in Amstetten aufnehmen und sie während dieser Zeit gut betreuen.“ Mit der Initiative „Willkommen Mensch in Amstetten“ soll die Unterstützung für Flüchtlinge in Amstetten auf eine breite Basis gestellt und möglichst viele Menschen zur Mitarbeit und Unterstützung eingeladen werden.

„willkommen MENSCH!“ - Eine Initiative für Flüchtlinge, die bereits Schule macht.