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Diözese würdigt verstorbenen „Medien-Prälaten“ Eichinger als hervorragende Persönlichkeit

Begräbnisfeierlichkeiten von Prälat Josef Eichinger im St. Pöltner Dom

St. Pölten, 29.12.2015 (dsp) „In den letzten vierzig, fünfzig Jahren war er ohne Zweifel eine der hervorragenden Priesterpersönlichkeiten unseres Landes“, würdigte Bischof Klaus Küng den verstorbenen „Medien-Prälaten“ Josef Eichinger beim Begräbnis im St. Pöltner Dom. An den Trauerfeierlichkeiten für den langjährigen NÖN-Herausgeber nahmen neben Bischof Küng und Weihbischof Anton Leichtfried sowie der weiteren Diözesanleitung auch Landeshauptmann Erwin Pröll und viele Medien-Vertreter teil. Im Anschluss erfolgte die Beisetzung in der Gruft der St. Pöltner Domherren am Städtischen Friedhof.

Geboren wurde Eichinger 1927 in der serbischen Stadt Filipovo, wo er die Volksschule besuchte, danach kam er an das humanistische Gymnasium der Jesuiten in Travnik (Bosnien), wo er aber nur 2 Jahre bleiben konnte. 1941 bis 1944 war er bis zur 5. Klasse im ungarischen Kalosca, ebenfalls einer Jesuitenschule. Als von der Volksrepublik Jugoslawien den Deutschsprachigen die Staatsbürgerschaft aberkannt wurde, landete er in Arbeits- und Konzentrationslagern, wo er als 17-, 18jähriger Furchtbares erlebt hat. Das habe ihn für das ganze Leben geprägt, nicht im Sinne einer Verbitterung. „Er fühlte sich innig verbunden mit den anderen heimatvertriebenen Donauschwaben; von daher auch seine persönliche Freundschaft mit Erzbischof Zollitsch, der aus der gleichen Stadt stammt“, so Bischof Küng. Sein wichtiges Anliegen sei Versöhnung gewesen. Auch auf seine Initiative hin wurde in Filipovo eine Gedächtnisstätte errichtet. Jahr für Jahr besuchte er die Treffen mit seinen Landsleuten in München und anderen Orten. Gerne hat er für sie Gottesdienst gefeiert.

Flucht aus Konzentrationslager

Nach der Flucht aus dem Konzentrationslager war er noch ein Jahr am Gymnasium von Kalosca. Die 7. und 8. Klasse besuchte er dann bereits im Stiftsgymnasium Seitenstetten, wo er 1949 das Abschluss- und Reifezeugnis erlangte. Unmittelbar nach der Matura studierte er Philosophie und Theologie an der Hochschule St. Pölten, 1950 erhielt er die österreichische Staatsbürgerschaft und am 29. Juni 1954 empfing er die Priesterweihe im Dom von St. Pölten.

1968 bestellte ihn Bischof Zak zum geistlichen Assistenten der katholischen Hörfunk- und Fernsehkommission des Zentrums für Massenkommunikation der Diözese St. Pölten. Ab dieser Zeit beginnt er sich auf Wunsch des Bischofs immer mehr den Medien zuzuwenden. 1978 wurde er Herausgeber der Niederösterreichischen Nachrichten (NÖN) und im gleichen Jahr Obmann des Pressvereins der Diözese St. Pölten. Einige Monate später wurde er Vorsitzender des Beirates des Niederösterreichischen Pressehauses. Ab 1983 war er Vertreter der katholischen Kirche in der Kommission für Bildungsprogramme des Medienverbands im Bundesministerium für Unterricht und Kunst.

Bischof Küng: „Er war immer bereit zum Einsatz und wurde zu einem echten Medienprofi. Er hatte ein feines Sensorium für die Gegebenheiten der sich wandelnden Gesellschaft, war über die Vorgänge in Kirche und Welt bis ins hohe Alter bestens informiert und bemühte sich, einen Weg zu finden, um ohne schädliche Polemik die Stimme der Kirche zur Geltung zu bringen.“

Hohe Auszeichnungen

Erstaunlich sei, wie es ihm gelungen sei, ein so komplexes Unternehmen wie das Pressehaus unter sich verwandelnden Verhältnissen viele Jahre lang erfolgreich zu leiten. Seine Tätigkeit wurde anerkannt: vom Land Niederösterreich erhielt er 1997 das Goldene Komturkreuz für besondere Verdienste, 2005 von der Landeshauptstadt St.  Pölten den Ehrenring und 2009 von der Sparkasse die Ehrennadel in Gold, kirchlich wurde er 1976 zum Monsignore und 1987 von Johannes Paul II. zum Prälaten ernannt, 1994 wurde er Mitglied des Domkapitels, seit 2009 war er Domscholaster.

Nach 36 Jahren leitender Tätigkeit gab er 2014 die Aufgabe als Aufsichtsrats- und Beiratsvorsitzender des NÖ Pressehauses und als Obmann des Pressvereines ab. Der St. Pöltner Diözesanbischof: „Eichinger hat immer betont, dass er sich die verschiedenen Aufgaben nicht selbst gesucht hat, was wahr ist. Ihm war die Verkündigung wichtig, insbesondere für die Jugend und die breite Gesellschaft.“

Die Beziehung zu seiner Familie sei für ihn immer wichtig gewesen. Er habe die Beziehung zu seiner Familie immer gepflegt: zu seinem Bruder, der ebenfalls Priester ist und zunächst hier und dann an der Universität Wien als Dogmatiker gelehrt hat, aber auch zu den anderen drei Brüdern und deren Familien. Das sei für ihn selbst und wohl auch für seine Verwandten ein starker Rückhalt gewesen. „Das gehört wohl auch zum Geheimnis seines unermüdlichen Einsatzes gepaart mit einer beeindruckenden Stabilität“, so Bischof Küng.

Mit Recht seien wir Prälat Josef Eichinger von Herzen dankbar für sein priesterliches Leben, für seine Geradlinigkeit und Treue, für seine Hingabe.

Fotos: Begräbnisfeierlichkeiten von Prälat Josef Eichinger im St. Pöltner Dom