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Bischof Küng bei Telefonseelsorge 142

Diözesanbischof Klaus Küng und Susanne Rasinger, Leiterin der Telefonseelsorge

St. Pölten, 24.12.2015 (dsp) Wie jedes Jahr hat Diözesanbischof Klaus Küng am Vorabend des Weihnachtsfestes, am 23. Dezember ein offenes Ohr für Einsame und Ratsuchende gehabt und war drei Stunden lang unter der Gratis-Nummer der Telefonseelsorge 142 erreichbar.

Jedes Jahr verbringen etwa 10 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher ein einsames Weihnachtsfest, das sind rund 700.000 Erwachsene. Die Hauptthemen seien in der Weihnachtszeit die gleichen wie im übrigen Jahr, „die Emotionalität ist jedoch deutlich anders“, erklärt Susanne Rasinger, Leiterin der Telefonseelsorge NÖ. Es gehe vor allem um zwischenmenschliche Konflikte, die zu Weihnachten stärker bewusst werden, um Einsamkeit, Generationenkonflikte und Unversöhntheiten. Auch der Verlust von geliebten Menschen werde in der Weihnachtszeit stärke empfunden, ebenso Schicksalsschläge und Kränkungen. Weitere Themen seien Suchtproblematik und Existenzängste.

„Für manche Menschen ist Weihnachten kein Grund zum Feiern“, gibt die Rasinger zu bedenken. „Sie fühlen sich allein gelassen, einsam, traurig, unverstanden.“ In solchen Stunden und Tagen könne das offene Ohr und die Zuwendung eines neutralen Gesprächspartners „sehr viel weiterhelfen“. Die Telefonseelsorge sei daher auch am Heiligen Abend und an den Feiertagen rund um die Uhr unter der kostenlosen Notrufnummer 142 erreichbar.

Gerade der Heilige Abend ist emotional „hoch aufgeladen“, ruft er doch das Bedürfnis nach Liebe, Geborgenheit und Beheimatung besonders hervor. Auch wird das Weihnachtsfest im Vorhinein oft „mit der rosaroten Harmoniebrille“ gesehen und mit unrealistischen Idealvorstellungen verbunden. Beides könne zu Enttäuschungen und Konflikten führen. 

Notrufnummer über 63.000 Mal gewählt

In der Telefonseelsorge Niederösterreich waren von Jänner bis Dezember 2015 75 Frauen und Männer ehrenamtlich tätig. In ganz Österreich nehmen rund 800 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Anrufe entgegen. Leitung, Organisation und Verwaltung werden in St. Pölten von zwei hauptamtlichen Mitarbeiterinnen wahrgenommen.

2015 gab es in der Telefonseelsorge NÖ ein Gesprächsangebot von 9.172 Stunden. 63.199 Mal wurde zwischen 1. Jänner und 30. November die Nummer der Telefonseelsorge 142 gewählt. Daraus ergaben sich 18.301 längere Gespräche mit einer Gesamtgesprächsdauer von 2.945 Stunden.

Über die Online-Beratung gab es österreichweit 1681 Kontakte, 194 davon durch die Telefonseelsorge NÖ. Die größte Altersgruppe sind hier die 21- bis 25-Jährigen, deren häufigste Themen Beziehungsprobleme, Einsamkeit und psychische Erkrankungen.