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Auch die Katholische Männerbewegung engagiert sich für Flüchtlinge

Foto (Scholz): Syrische Flüchtlingsfamilie in Euratsfeld

Euratsfeld, 25.11.2015 (dsp) Die tägliche Bedrohung durch Kriegsbomben und die Ausbreitung der Terrororganisation „Islamischer Staat“ wurden unerträglich. Eine kurdische Familie aus Syrien fand in Euratsfeld ein sicheres, neues Daheim. Ali Ahmad verkaufte seine kleine Landwirtschaft und floh nach Österreich, wo er mittlerweile Asylrecht hat. Seite Frau und die beiden Kinder (2 und 5 Jahre) holte er nach. Mit dabei ist auch Annemarie Wischenbart mit ihrem Kind. Die junge Mutter wird der Familie Deutschkenntnisse beibringen. „Unverzichtbar für eine gelungene Integration“, weiß Anton Hiesleitner von der Katholischen Männerbewegung (kmb) Euratsfeld aus Erfahrung.

„Euratsfeld hat vor 40 Jahren schon Vietnamesen aufgenommen, vor 20 Jahren Kriegsflüchtlinge aus Jugoslawien und heute stehen wir wieder bereit“, so Hiesleitner, der in der Pfarre Obmann der
kmb ist. Seit Juni 2015 engagiert er sich mit weiteren Personen aus dem Pfarr- und Gemeindegebiet im Rahmen der Aktion „Willkommen Mensch“ um die Unterbringung von Asylwerbern.

Mit Ermordung gedroht

Wir fahren weiter zu einer Flüchtlingsfamilie aus Afghanistan. Mohammad Ehsam Nabizado arbeitete dort für das „US Army Corps of Engineers“. Die Kontrolle der afghanischen Polizei war eine seiner Aufgaben. Er hat das Studium für Hochbauwesen absolviert. Nach dem Rückzug der Amerikaner wurden er und viele andere, die für die USA und andere westliche Länder gearbeitet hatten, von den Taliban mit Namenslisten gesucht. Es drohte Gefängnis und die Ermordung.

Während Mohammad diese Details erzählt merkt man, dass wieder Ängste hochkommen. Deutschlehrerin Maria Brandl beruhigt ihn: „Ganz ruhig. Du bist hier in Sicherheit.“ Das Lied „It’s time to say goodby“ wurde Realität: Es war Zeit, um in Afghanistan „Auf Wiedersehen“ zu sagen. So brachte er seine Frau und seinen Sohn Sabhan nach Teheran in Sicherheit. Er selbst flüchtete mit seiner Schwester und dem Vater Richtung Europa. Insgesamt sechs Monate dauerte diese Flucht. Warum nach Österreich? Der Vater war beruflich schon in Deutschland und Österreich und vertraute darauf, hierher flüchten zu können. Endlich geschafft, musste Mohammad noch eineinhalb Jahre - die meiste Zeit in St. Pölten - warten, ehe es zur Familiennachholung kam. Jetzt gilt für alle der Blick nach vorne. Mohammad Ehdan und seine Frau Amina freuen sich schon, dass sie an der Volkshochschule ihr Deutsch verbessern können, der dreijährige Sohn besucht den Kindergarten.

Warum engagieren?

Nach dem gastfreundschaftlichen Empfang geht es weiter zum Haus von Toni Hiesleitner. Hier wartet bereits eine Frau, die ihre Wohnung für die vierte Flüchtlingsfamilie in Euratsfeld zur Verfügung stellen wird. Insgesamt werden es dann 20 Personen sein. „Wichtig ist die persönliche Betreuung, dann funktioniert es. Und dadurch entstehen wieder Freundschaften“, so der 66-jährige Hiesleitner, der sich seit seiner Pensionierung auch als Mesner engagiert – und der bereits sein nächstes Projekt umsetzt.

Die Geschichte lesen Sie auch im neuen ypsilon, dem Magazin der Katholischen Männerbewegung

Foto: Michael Scholz