Sommerkampagne 2016
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Asylwerber-Herberge der Caritas im Stift Melk

Melker Gemeinderat Emmerich Weiderbauer, Caritas-Direktor Friedrich Schuhböck, Abt Georg Wilfinger, Leiterin Beate Zinner, Fr. Alois Köberl (Verbindungsmann zum Stift)

Melk, 17.12.2015 (dsp) Die Caritas der Diözese St. Pölten präsentierte gemeinsam mit dem Stift Melk die neue Asylwerber-Herberge für 30 Flüchtlinge am Gelände der Sportanlage des Stiftes. „Wir handeln diesbezüglich nicht nur entsprechend dem christlichen Grundauftrag, Verfolgten und Hilfesuchenden Schutz anzubieten, sondern auch gemäß unserem Verständnis benediktinischer Gastfreundschaft“, betonte Abt Georg Wilfinger.

Es gibt sieben Doppelcontainer mit jeweils 4 Betten und einen Container für zwei Personen. Darüber hinaus finden sich in der Herberge ein Gemeinschaftsraum mit Küche und Sitzgelegenheiten und ein Büro für die Caritas Mitarbeiter, sowie ein Lagerraum und die Sanitärbereiche. „Das ist weit mehr als der Mindeststandard“, so Wilfinger. Das Stift Melk hat rund 188.000 Euro in die Errichtung der Flüchtlingsherberge investiert. Die ersten Asylwerber werden für den 23. Dezember erwartet.

Einstieg in Grundversorgung

Die Caritas St. Pölten ist mit dem Containerdorf im Stift Melk jetzt auch in der Grundversorgung von Asylwerbern tätig. „Wir sind jetzt zusätzlich zur Diakonie und anderen institutionellen, gewerblichen und privaten Einrichtungen auch Partnerin des Landes NÖ in der Grundversorgung“, erklärt Direktor Schuhböck. „Reden wir nicht immer von Flüchtlingsmassen, die kommen, sondern sprechen wir von Menschen mit individuellen Schicksalen, die unsere Unterstützung brauchen“, betonte Schuhböck.

Das Stift Melk hat das Grundstück am Sportplatz zur Verfügung gestellt und erschlossen. Eine Besonderheit ist die Überdachung der gesamten Anlage, die vom Stift und Sponsoren ermöglicht wurde. Unterstützung leisteten auch die Melker Pioniere, die beim Aufstellen und Einrichten der Container geholfen haben, das Möbelhaus IKEA, das die Einrichtung zur Verfügung gestellt hat, sowie Freiwillige, die sich mit Zeit- und Sachleistungen beteiligt haben.

24-Stunden Betreuung

Die Container wurden von der Caritas angeschafft, der Mietvertrag ist auf drei Jahre ausgerichtet. Die Betreuung der Asylwerber rund um die Uhr übernimmt die Caritas; Leiterin der Einrichtung ist Beate Zinner, eine ausgebildete Sozialarbeiterin. Zinner ist auch Ansprechpartnerin für Menschen, die sich freiwillig in der Arbeit mit den AsylwerberInnen engagieren wollen (z.B.: Deutschkurse, Freizeitgestaltung, etc.).

Das Stift Melk hatte bereits zur Zeit des Bosnienkrieges 55 bosnische Flüchtlinge aufgenommen, damals noch in Räume des Stiftes. „Seither ist das Stiftsgymnasium jedoch so gewachsen, dass diese Räume nicht mehr zur Verfügung stehen“, erklärt Abt Wilfinger die Container-Lösung. Zusätzlich adaptiert das Stift den ehemaligen Meierhof, in dem demnächst 12 bereits anerkannte Flüchtlinge Unterkunft finden sollen.

Foto: Melker Gemeinderat Emmerich Weiderbauer, Caritas-Direktor Friedrich Schuhböck, Abt Georg Wilfinger, Leiterin Beate Zinner, Fr. Alois Köberl (Verbindungsmann zum Stift)