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Archiv-Tagung: Rettung von kulturellem Erbe im Mittleren Osten

P. Najeeb Michaeel

St. Pölten, 28.11.2015 (dsp) Auf der Tagung des Internationalen Zentrums für Archivforschung (ICARUS), dessen Präsident Diözesanarchivar Thomas Aigner ist, wurde eine sofortige Kooperation mit dem „Centre Numérique des Manuscrits Orientaux“ (CNMO) im Irak, geleitet durch Dominikanerpater Najeeb Michaeel, zur Rettung von kulturellem Erbe im Mittleren Osten beschlossen. Die Tagung, an der auch Patriarch Louis Raphaël Sako, Oberhaupt der chaldäisch-katholischen Kirche mit Sitz in Bagdad, sowie Weihbischof Shlemon Odish Iskhirya Warduni teilnahmen, war veranstaltet worden, um „ all unsere Kräfte und unsere Expertise zu bündeln, um unseren KollegInnen in der Krisenregion bestmöglich zur Seite zu stehen“, so Aigner.

Als spezieller Gast des Workshops „The cultural heritage of the Middle East: Current threats and scenarios for protection in the future” berichtete Pater Michaeel eindrücklich über seine Erfahrungen im Nordirak. Da sich all seine Digitalisate (bisher rund 8000) auf externen Festplatten befinden und somit weiterhin „verwundbar“ bleiben, hat ein internationales Konsortium des ICARUS-Netzwerkes unter der Leitung von Thomas Aigner (Österreich), Vlatka Lemić (Kroatien) und Csaba B. Stenge (Ungarn) sofort beschlossen, möglichst rasch in Kooperation mit dem „Centre Numérique des Manuscrits Orientaux“ (CNMO) zu treten.

Der Organisator der Tagung und Präsident von ICARUS Thomas Aigner sagt über den Hintergrund dieses Schrittes: „Die Bewahrung der Erinnerung ist auch immer gleichbedeutend mit der Bewahrung von Identität. Die Bedeutung der historischen Dokumente der Christen und Christinnen im Mittleren Osten geht weit über diese Region hinaus. Es geht hier nicht nur um die Sicherung des historischen Gedächtnisses einer begrenzten Gruppe oder Region. Diese Dokumente sind ein Zeugnisse unser aller Kultur und gehen uns deshalb alle an.“

Die Umsetzung von drei konkreten Zielen wurde beschlossen: Um wertvolle Handschriften zu retten werden die beiden Scanstudios von P. Michaeel in Erbil/Irak mit Geräten, Papier, Archivboxen etc. ausgestattet. P. Michaeel und sein Team benötigen dringend ArchivarInnen und RestauratorInnen, die Einschulungen in Buch-Restauration und Konservierung geben. Geplant sind deshalb Trainingsaufenthalte in Österreich (Donau Uni Krems) und Kroatien (Staatsarchiv). Schließlich wird eine digitalen Infrastruktur zur Langzeitsicherung aufgebaut, um bereits digitalisierte Dokumente auf einer Plattform zu sammeln, dort zu sichern und der gesamten Menschheit zugänglich zu machen.