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Amstettner Pfarr-Initiative „Willkommen Mensch“ erzeugte Welle an Hilfsbereitschaft für Flüchtlinge

Foto: Osama Abo Rshdan, Pfarrcaritas-Leiter Christian Köstler, Pfarrer Peter Bösendorfer.

Amstetten, 30.04.2015 (dsp) Seit gut zwei Monaten läuft in Amstetten die pfarrliche Initiative „Willkommen Mensch“, um Menschen aus Kriegsgebieten, um Flüchtlinge in Amstetten gut zu begleiten, eine Starthilfe zu geben und damit eine positive Willkommenskultur zu entwickeln“, betont Pfarrer Peter Bösendorfer. Jetzt wurde erste Bilanz gezogen.

Grund der Initiative „Willkommen Mensch“ sei gewesen, dass öffentliche Stellen zu wenig Ressourcen zur Verfügung stellen würden. Viele aus der Umgebung seien dem Aufruf gefolgt und hätten materielle Spenden wie Waschmaschinen, Kinderwägen oder Küchengeräte zur Verfügung gestellt. Weiters begleitet „Willkommen Mensch“ bei Behördenwegen Arztbesuchen, Autosuche oder Versicherungsangelegenheiten. Es habe sich bereits viel getan, über die Facebook-Seite (www.facebook.com/pages/Willkommen-Mensch-in-Amstetten) habe man eine Welle der Hilfsbereitschaft erlebt. Man wolle aufzeigen, dass es ganz viele Menschen in der Stadt gebe, die dem Projekt und dem Thema Hilfe für Kriegsflüchtlinge sehr wohlwollend gegenüber stünden.

Christian Köstler von der Pfarrcaritas der Diözese St. Pölten sagt, „Willkommen Mensch“ fördere Möglichkeiten zur konkreten Mitarbeit, Unterstützung und Solidarität eröffnen und bestehende Hilfsangebote vernetzen und deren Koordinierung. Wesentlich ist für den engagierten Pfarrer Bösendorfer und Köstler, dass diese Menschen rasch die deutsche Sprache erlernen, um sich leichter zu integrieren und um einen Job zu finden. Das sei der Schlüssel. Die Flüchtlinge hätten eine gute Aufnahme in den Wohnhäusern gefunden die Hilfsbereitschaft sei auch in den Wohnblocks gut. Mehr als zehn Familien sowie Einzelpersonen werden von der Pfarre Amstetten St. Stephan unterstützt, diese seien sehr selbstständig und würden selbst auch anderen Bürgerkriegsopfern helfen. Die meisten hätten Asylstatus bekommen – gerade jene aus Syrien. Damit fallen sie aber auch aus der Bundesbetreuung weg.

Bösendorfer erklärt, dass es wichtig sei, mit den Menschen Kontakt aufzunehmen und mit ihnen zu reden. Gemeinsam ist den Flüchtlingen, dass sie oft auf abenteuerlichen Wegen nach Österreich gekommen seien. Sie hätten viel zurücklassen müssen und wollten hier in Österreich in Ruhe und Sicherheit leben. Der Pfarrer weiß nach vielen Begegnungen: „Es sind total nette und freundliche und mehrheitlich sehr gut ausgebildete und qualifizierte Menschen.“ Es sei schon so viel Positives geschehen. Der Geistliche: „Alle, die guten Willens sind, laden wir ein mitzuhelfen, um den Flüchtlingen hier eine gute Zukunft zu geben. Dafür suchen wir auch Bezugspersonen oder eine Art Patenschaften.“

Osama Abo Rshdan erzählt von seinem Leidensweg. Er flüchtete aus Syrien, dort schlugen Raketen in sein Haus ein. Er ist als Arzt hoch qualifiziert, seit 16 Monaten lebt er in Österreich. Schwierigkeiten seien vor allem, hier einen Job zu finden sowie bürokratische Angelegenheiten, etwa bei der Sozialversicherung. Er kann schon viel auf Deutsch erzählen und dankt den Amstettnern und Österreichern für ihre Hilfsbereitschaft.

Bereits Schon 35 Pfarren in der Diözese St. Pölten stehen in unterschiedlichsten Projekten in der Flüchtlingsarbeit: von der konkreten Aufnahme von Familien bis zur Betreuung von Menschen, die in Quartieren der Grundversorgung untergebracht sind.

Foto: Osama Abo Rshdan, Pfarrcaritas-Leiter Christian Köstler, Pfarrer Peter Bösendorfer.