Bischof Schwarz weiht den Altar der Pfarrkirche Mank
Heiliger Nikolaus
Adventkranz
 
 

Wie "Profis" Weihnachten feiern

Seitenstetten, 22.12.2014 (dsp) „Unter uns Benediktinern von Seitenstetten gibt es Fachleute, die mit ihren Kenntnissen zu einem besonderen Weihnachten beitragen“, erzählt Prior Pater Laurentius Resch. Da wäre etwa der 28-jährige Antonius Weber, der früher Bäcker war und viele mit seinem selbstgebackenen Kletzenbrot erfreut – seine Kundschaft reichte früher bis Australien. Oder Pater Martin Mayrhofer. Er hat in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche Krippen geschnitzt und Weihnachtskarten erzeugt. P. Laurentius findet, dass Krippen einfach zu Weihnachten dazugehören, weil da die Menschwerdung Gottes gefeiert werde.

Eine der eindrucksvollen Krippen von Pater Martin findet Platz im Speiseraum des Konvents, da packen die jungen Benediktiner mit an, um sie hinzutransportieren.

P. Laurentius ist froh, dass es „bei uns Nachwuchs gibt. Manche sind nicht gleich nach der Schulzeit zu uns gekommen, sondern haben verschiedene Berufe erlernt: vom Bäcker über den Koch bis hin zum Schauspieler. Ich denke, die Atmosphäre ist gut“. Es werde viel gelacht und bei Bedarf auch Klartext gesprochen. Wer sich für ein Leben in dieser lebendigen Gemeinschaft interessiert, könne sich jederzeit bei P. Laurentius melden (Tel.: 0676/826635400, Mail: ). Das Stift bietet die Möglichkeit zu „Kloster auf Zeit“ oder zu „Tag der Stille“ rund um Silvester. Bei allen Festlichkeiten wird das im Jahr 1112 gegründete Stift Seitenstetten als geistliche Oase des Mostviertels bezeichnet, das sich in den Bereichen Bildung, Kunst, Kultur und Spiritualität große Verdienste erworben hat.

Was Mönche geschenkt bekommen

„Wir feiern Weihnachten nicht pompös, sondern eher schlicht und bodenständig“, sagt der Prior. Er gibt Familien den Tipp, dass sie sich nicht überfordern an diesem Tag. Am Heiligen Abend kommen alle der 33 Seitenstettner Benediktiner ins Stift, die in 14 Pfarre der Umgebung wirken. Der Tag beginnt um 6:30 Uhr mit dem Gottesdienst, dann holen sie das Friedenslicht vom Bahnhof und um 10 Uhr laden die Ordensleute zur Kinderkirche als Einstimmung auf Weihnachten. Dann um 12 Uhr gibt es das Mittagsgebet und Essen – traditionell Rindfleisch mit Semmelkren. Anschließend werden Weihnachtslieder geübt. Später um 15 Uhr freuen sich die Ordensleute auf eine volle Kirche zur Kindermette. Nach der Feier der Vesper wird ausgeräuchert. Um 17:30 Uhr gibt es die Weihnachtsfeier des Konvents mit Bescherung. Vorher hält Abt Petrus Pilsinger noch eine Ansprache. Was bekommen die Geistlichen vom Stift? P. Laurentius verrät: „Meist sind es Bücher, CDs oder Autobahn-Vignetten.“ Dann werden kranke Mitbrüder besucht. Nach der Vigil um 20 Uhr, stimmt man sich auf die Christmette ein, die um 24 Uhr beginnt. Um 1 Uhr ist dann nach Betzeit die Bettzeit. Der nächste Tag startet ja auch schon wieder um 6 Uhr.

Das christliche Weihnachten werde weiterhin stark gesucht, so Pater Laurentius. Woran merke man das? Unter anderem am großen Interesse an den adventlichen Rorate-Messen, an den vermehrten Beichten und an den übervollen Kinder- und Christmetten. Denn Weihnachten sei ein Fest, das „mit der Ankunft von Jesus Christus die Herzen berührt“.