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Veränderungen bei Priesterausbildung in Österreich

Canisiusheim Horn

Horn, 11.12.2014 (KAP/dsp) Die Priesterausbildung in Österreich steht vor Veränderungen: So wird die einjährige Vorbereitungsphase ("Propädeutikum") ab kommenden Herbst für alle österreichischen Seminaristen in Linz stattfinden. Bislang war das Propädeutikum im Canisiusheim Horn angesiedelt. Den Entschluss hatte die Bischofskonferenz bereits bei ihrer heurigen Frühjahrstagung getroffen.

Einen Schlusspunkt zur bis ins Jahr 1969 zurückreichenden Tradition des Canisiusheims in Horn stellte die heurige Immaculata-Feier mit Weihbischof Anton Leichtfried dar. Weihbischof Leichtfried dankte den zahlreichen Mitarbeitern, Absolventen sowie den Salesianern, die das Canisiusheim zwischen 1969 und 2008 als interdiözesanes Seminar für Spätberufene geleitet haben. Zugleich dankte er den zahlreichen Spendern, die mit ihrer finanziellen Hilfe die Priesterausbildung in Österreich unterstützt haben und auch weiterhin unterstützen.

Bischofsvikar Prälat Franz Schrittwieser würdigte das Canisiusheim als "Österreichhaus der Priesterausbildung". Rund 800 Studenten hätten dort im Laufe der Jahre die Matura oder die Studienberechtigungsprüfung abgelegt und ihr Propädeutikum absolviert. Etwa 300 in Horn ausgebildete Studenten arbeiten derzeit als Priester in allen österreichischen Diözesen, zahlreiche weitere Absolventen seien zu Verantwortungsträgern in Kirche und Gesellschaft geworden, so Schrittwieser.

Das Canisiuswerk, dessen Aufgabe in der Förderung geistlicher Berufungen besteht, bemüht sich derzeit um den Verkauf des Hauses in Horn. "Eine längerfristige Weiterführung des großen Hauses ist aufgrund der behördlichen Auflagen nicht finanzierbar", so der Generalsekretär des Canisiuswerkes, Kurt Schmidl. Man wolle daher die Spendenmittel nicht in bauliche Auflagen investieren, "sondern das Spendengeld unmittelbar für die Berufungspastoral und die Priesterausbildung einsetzen."

Wie das Canisiuswerk in einer aktuellen Statistik mitteilte, gibt es heuer 29 Neueintritte in den diözesanen Priesterseminaren. Hinzu kommen weitere 14 Neuzugänge im überdiözesanen Priesterseminar Leopoldinum Heiligenkreuz. Die Gesamtzahl der österreichischen Seminaristen in Ausbildung stieg damit auf derzeit 159.

Wie der Regens des Wiener Priesterseminars, Richard Tatzreiter, in einem Gespräch mit der Zeitschrift "miteinander" des Canisiuswerkes betonte, spüre man derzeit eine Trendwende bei den Neuanmeldungen: Nachdem jahrelang die sogenannten "Spätberufenen" überwogen, "beobachten wir derzeit, dass wieder mehr junge Interessenten vorstellig werden". Im Priesterseminar der Erzdiözese Wien zählt man heuer neun Neuzugänge. Ob es sich dabei jedoch tatsächlich um den "Anfang eines neuen Trends" handle, könne man erst nach zwei bis drei Jahren sagen, so Regens Tatzreiter. (Infos: www.canisius.at)