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St. Pölten: Missio-Truck zeigt schweres Los von Flüchtlingen auf

St. Pölten: Missio-Truck zeigt schweres Los von Flüchtlingen auf

St. Pölten, 01.10.2014 (dsp) Was jungen Menschen auf ihrer Flucht widerfährt, das können Schülerinnen und Schüler in einem Flucht-Truck hautnah miterleben, der gerade zu Österreichs Schulen tourt und auch in St. Pölten Halt machte. Organisiert wird die Tour von den Päpstlichen Missionswerken in Österreich. Missio Aachen hat die preisgekrönte multimediale und interaktive Ausstellung zur Verfügung gestellt.

Über 300 Besucher verfolgten über mehrere Stationen die beschwerliche Route von jungen Flüchtlingen aus dem Ostkongo. "So bringen wir den Schülerinnen und Schulen die Schicksale nahe", meint Monika Schwarzer, die Leiterin der Missio-Bildungsabteilung.

Die Schülerinnen und Schüler mehrerer Schulen in St. Pölten sowie weitere Interessierte, die den Rathausplatz in der Innenstadt passierten, verließen die Ausstellung vom Schicksal der Flüchtlinge berührt. Über die Aufbereitung als interaktives Computerspiel - ein sogenanntes "serious game" - hole man die Jugendlichen gerade dort ab, wo sie in ihrer persönlichen Lebensrealität stehen. Die erste Station ist ein zunächst friedlicher Marktplatz im Ostkongo, auf dem plötzlich eine Schießerei beginnt. Die jungen Besucherinnen und Besucher schlüpfen in die Rolle eines Jugendlichen, der als erstes in eine Kapelle flüchtet. "Was nehme ich mit? Meinen Pass, Kleidung, Nahrung?" Mit solchen Fragen müssen sich die Schülerinnen und Schüler auseinandersetzen. Im letzten Raum werden die BesucherInnen vor die Frage gestellt: „Und was ist mit dir, was machst du?“. Dieser Raum zeigt u.a. Handlungsmöglichkeiten auf, wie sie sich hier in Österreich bzw. Deutschland für und mit Flüchtlingen engagieren können.

Die Not der Kriegsflüchtlinge hinterließ bei den BesucherInnen und Besuchern einen nachhaltigen Eindruck. “Mich hat am meisten beeindruckt, dass mein Avatar nicht wusste, ob ihre Familie noch lebt oder nicht. Sie muss selbst schauen, wie sie über die Runden kommt. So eine Flucht verfolgt sie mit Sicherheit ihr ganzes Leben", meinte eine Schülerin. “Wie schlecht es den Menschen in solchen Ländern geht. Dass sie so Schreckliches erleben müssen - da muss man etwas ändern!!!", sagte eine andere. Ein Schüler hielt fest: "Wie Menschen so rücksichtslos sein können! In Österreich haben wir großes Glück, denn wir könnten genauso in derselben Not sein. Unser Glück ist, in einem reichen Land geboren zu sein und alles zu haben, was wir brauchen."  

Die beiden Missio-Mitarbeiter Ann-Christin Verholen, Gaspard Nyungura und Margot Karner begleiteten die Jugendlichen. Gaspard Nyungura kennt die Extremsituationen von Flüchtlingen aus eigener Erfahrung. Er wurde 1974 in Gisenyi in Ruanda geboren. Nach der Ermordung eines Großteils seiner Familienmitglieder flüchtete er 1999 nach Österreich. Seit 2009 arbeitet er für die Päpstlichen Missionswerke in der Diözesanstelle Oberösterreich.

Die Kinder werden auch dazu animiert über die Rolle ihres Handys nachzudenken: Das Material Coltan, das sich in den Handys befindet, lagert zum Großteil im Kongo. Es ist eine der Ursachen des Kongokriegs, denn die gewalttätigen Rebellengruppen verkaufen es billig an multinationale Konzerne - und auch Nachbarstaaten, wie die Vereinten Nationen kritisieren.