Weihnachtskrippe
Sternsinger
Weihrauchfass
 
 

Papst: Gerede vom lebensunwerten Leben ist "große Lüge"

Papst Franziskus hat eine wachsende Akzeptanz von Sterbehilfe angeprangert. Es sei eine "große Lüge" unter Berufung auf eine angebliche "Lebensqualität" zu behaupten, ein Leben mit schwerer Krankheit sei nicht lebenswert, heißt es in einer päpstlichen Botschaft zum 23. katholischen Welttag der Kranken, die der Vatikan am Dienstag veröffentlichte.

Kranke müssten mit Nähe und Zuneigung begleitet werden, damit sie sich geliebt und getröstet fühlten, fordert Franziskus darin. "Die an der Seite des Kranken verbrachte Zeit ist eine heilige Zeit." Zugleich hebt der Papst hervor, dass auch schwer kranke und einsame Menschen die göttliche Gnade in ihrem Leid erfahren könnten.

Der Papst würdigt zudem alle Christen, die aufopferungsvoll über Jahre hinweg Kranke und Alte pflegen. Es sei relativ leicht, einige Tage zu dienen, so Franziskus. Kranke und Alte jedoch über Monate oder Jahre hin zu waschen, anzuziehen und ihnen beim Essen zu helfen, sei oft mühsam und erdrückend. Dies gelte umso mehr, wenn der Gepflegte nicht mehr in der Lage sei, sich zu bedanken. Die Pflegenden unterstützten mit ihrem Wirken "auf ganz eigene Art die Sendung der Kirche", erklärte Franziskus.

Die katholische Kirche begeht seit 1993 jährlich am 11. Februar, dem Fest der Gottesmutter von Lourdes, den Welttag der Kranken. 2015 steht er unter dem Titel "Sapientiacordis: Auge war ich für den Blinden, dem Lahmen wurde ich zum Fuß". Die Initiative soll die Situation von Kranken und Pflegenden stärker in das öffentliche Bewusstsein rücken.

Franziskus beklagt in seiner Botschaft weiter, dass sich die Leute zu wenig Zeit für Kranke nähmen. In der heutigen Zeit, die von Eile und der Hektik des Tuns und Produzierens geprägt sei, werde der "besondere Wert der am Krankenbett verbrachten Zeit" oft vergessen. Dabei bedarf es nach Ansicht des Papstes nicht immer vieler Worte. Auch eine "schweigende Begleitung" sei wichtig.

(KAP)