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Österreichischer Weg im Fortpflanzungsmedizinbereich muss möglich sein

Fortpflanzungsmedizin

St. Pölten, 18.12.2014 (dsp) "Ein Österreichischer Weg im Fortpflanzungsmedizinbereich muss möglich sein", betonte Bischof Klaus Küng - in der Österreichischen Bischofskonferenz für Ehe, Familie und Lebensschutz zuständig - in einer Stellungnahme zur Allianz gegen das geplante Fortpflanzungsmedizingesetz. Die Katholische Aktion Österreich (KAÖ), die Arbeitsgemeinschaft katholischer Verbände (AKV), der Katholische Familienverband Österreichs (KFÖ) und die überkonfessionelle "aktion leben" hatten sich bei einer Pressekonferenz am Dienstag erneut gegen das geplante Gesetz gestellt und seine Rücknahme gefordert.

Die Stellungnahme im Wortlaut

Die gestern präsentierte überkonfessionelle Allianz mitgliederstarker Laienverbände gegen das geplante Fortpflanzungsmedizingesetz zeigt, wie problematisch und bedenklich die Neuerungen in diesem hochsensiblen Medizinbereich sind. Alle Einwände, berechtige Fragen und geäußerte Sorgen im Zuge der Begutachtung der Fortpflanzungsmedizingesetz-Novelle wurden als konservativ, antimodern und fundamentalistisch abgetan und lächelnd vom Tisch gewischt. Die kurze Begutachtungszeit und das ebenso rasche Passieren des Ministerrates zeigt, dass eine ernsthafte Diskussion nie erwünscht war. Ich freue mich, dass viele Menschen vom Vorgehen der Regierung ebenso erschüttert sind und sich der Diskussion stellen wollen. Die Allianz aus Familien-Initiativen zeigt, dass das Thema niemanden unberührt lässt und breiten Diskurs erfordert. Die parlamentarische Auseinandersetzung darf nicht nur in geschlossenen Ausschüssen und Klubsitzungen passieren, es muss breit und öffentlich diskutiert werden dürfen.

Österreich ist in vielen Bereichen des Lebens zurecht stolz darauf, einen eigenen Weg zu gehen. Gentechnikverzicht, die Versorgung mit hochwertigsten Lebensmitteln, das Nein zur Atomenergie, das Wehren gegen Freihandelsabkommen und das viel zitierte „Chlorhuhn“ sind ausgezeichnete Beispiele dafür, wie ein Land bewusst aus sehr guten und überlegten Gründen an das Anschließen an so genannte „Internationale Standards“ verzichtet und die Bevölkerung darauf stolz sein kann. Warum schafft man diese Vorreiterrolle nicht auch im sensiblen Fortpflanzungsmedizinbereich? Warum hält man sich nicht vor Augen, wie weitreichend die negativen Folgen in Ländern sind, die seit Jahrzehnten mit solch freizügigen Gesetzen leben und bereits vermehrt versuchen, zurückzurudern?

Ich spreche jeden einzelnen gewählten Repräsentanten im Hohen Haus an, dass dieses Gesetz in seiner derzeitigen Gestalt abzulehnen ist, neu diskutiert und aufgestellt werden muss und die Frage der Menschenwürde ernst genommen wird.

+ Klaus Küng