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Männerbewegung-Herbstkonferenz: „Pfarrgemeinden bleiben wichtig für Identifikation und Heimatgefühl“

Männerbewegung-Herbstkonferenz: „Pfarrgemeinden bleiben wichtig für Identifikation und Heimatgefühl“

Zwettl, 15.09.2014 (dsp) Die Herbstkonferenz der Katholischen Männerbewegung (KMB) der Diözese St. Pölten befasste sich m Bildungshaus Stift Zwettl mit Entwicklungen in Kirche und Gesellschaft in Österreich. Thematisiert wurden die Sonntaggestaltung, die Einführung einer anonymisierten Statistik der Schwangerschaftsabbrüche, biblische Initiativen für die kommenden Jahre sowie das persönliche Einbringen der Männer bei einem Caritas-Projekt in Oradea in Rumänien.

Hauptreferent war Ernest Theussl, pensionierter Religionspädagoge aus Deutschlandsberg, zum Thema „Der Sonntag, meine Pfarre und ich“. Der Obmann der KMB Steiermark meinte am Beginn seines Referates provokant: „Aufgrund innerkirchlicher Entwicklungen müssen wir uns fragen: Werden wir zu Sonntags-Touristen, die mit dem Eucharistie-Navi die nähere und weitere Umgebung erkunden, oder werden wir weiterhin aus unserer alltäglichen Lebenswelt verbundene Ortsgemeinde unseren Glauben dort feiern können, wo wir zu Hause sind?“

Er verwies auf den Innsbrucker Pastoraltheologe Christian Bauer, der beim Kongress der Pfarrgemeinderäte in Mariazell drei Vorgaben formulierte, die eine zeitgemäße Kirche ausmachen üwrden. Seiner Meinung müsse die Kirche  „jesuanischer, urchristlicher und konzilskonformer“ werden.

In einer arbeitsteilig strukturierten Gesellschaft, die vielfach von säkularen Riten durchwirkt sei, hätte der traditionelle christliche Sonntag einen schweren Stand. „Wir müssen ihn auf seine anthropologischen, dem Menschen dienenden, und theologischen, aus dem Glauben kommenden, Grundlagen zurückführen und so in unsere Zeit inkulturieren“, so Ernest Theussl. Voraussetzung dafür sei, dass ausreichend Raum und Zeit dafür zur Verfügung stehe. In der Pfarrgemeinde vor Ort sei das noch am ehesten zu erreichen. Wer die Pfarrgemeinden auflöse, zerstöre Identifikation und Heimatgefühl der dort lebenden Menschen.

„Kommunion kann man sich nicht irgendwo holen, sondern muss man dort erleben, wo man zu Hause ist. Daher ist es ein Gebot der Stunde, alles zu unternehmen, dass die Menschen am Sonntag nicht fortfahren müssen, um zu einer 'communio' zu kommen“, so der Religionspädagoge vor Teilnehmern aus vielen Dekanaten der Diözese St. Pölten, der selber in einem Pfarrverband mit fünf Pfarren lebt.

Forderung nach anonymen statistischen Erhebung der Schwangerschaftsabbrüche

Gesellschaftspolitisch unterstützt die KMB die Forderung des Vereins Aktion Leben nach einer anonymen statistischen Erhebung der Schwangerschaftsabbrüche. „In Österreich gibt es keine Daten zum Schwangerschaftsabbruch. Ebenso fehlen gesicherte Erkenntnisse, warum es dazu kommt. Fakten sind aber dringend notwendig, um gezielt helfen zu können“, so Martina Kronthaler, Generalsekretärin von Aktion Leben Österreich. Sie bat darum, die Bürgerinitiative zu unterstützen, in ganz Europa seien Zahlen in diesem Bereich selbstverständlich: „Wegschauen bei Abtreibungsfrage ist feig und unsolidarisch. Die Politik muss endlich tätig werden.“

Das Projekt „Bibel.bewegt“ präsentierte Peter Haslwanter, Bereichsleiter für Pfarre und Spiritualität in den Pastoralen Diensten der Diözese St. Pölten. „Aufmachen, Geschmack finden, Lust nach mehr bekommen, mit der Bibel“, so Haselwanter, der damit auch die zahlreichen KMB-Pfarrgruppen ansprechen wollte.

Um Mitarbeit bei einem Projekt zur Revitalisierung eines Gebäudes für ein Caritas-Zentrum in Oredea in Rumänien sucht Diakon Peter Zidar engagierte Handwerker, die sich vorstellen können, vor Ort aktiv mitzuwirken. „Facharbeiter in allen Bereichen sind gefragt. Besonders Facharbeiter in Pension können mitwirken, dass das Projekt erfolgreich umgesetzt wird“, so Zidar.

Die Herbstkonferenz der Katholischen Männerbewegung ist die Startveranstaltung ins neue Arbeitsjahr. Die Gruppen der KMB auf Pfarr- und Dekanatsebene befassen sich ein Jahr lang mit dem Jahresthema „Und sie beweg(t)en sich doch – wohin“ über Entwicklungen in Kirche und Gesellschaft in Österreich.

Foto (Michael Scholz): Leopold Wimmer (KMB-Vorsitzender), Prof. Ernest Theussl (KMB Obmann Graz-Seckau), Mag. Martina Kronthaler (Aktion Leben), Doris Weixelbraun (KMB-Büroassistentin), OStR Prof. Mag. Peter Zidar (Diakon Maria Anzbach)