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KMB-Sommerakademie: Mitgestaltung in Kirche und Gesellschaft

Univ.-Prof. Dr. Leopold Neuhold

St. Pölten, 15.07.2014 (dsp) Über die Schaffung und Nutzung von Gestaltungsräumen in Österreich diskutierten Leopold Neuhold, Ordinarius für Ethik und Gesellschaftslehre an der Universität Graz, und Theres Friewald-Hofbauer, Geschäftsführerin der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, zum Abschluss der KMB-Sommerakademie im Bildungshaus St. Hippolyt in St. Pölten.

„Europa steht vor gewaltigen Herausforderungen. In den nächsten Jahren wird es eine wichtige demokratische Wandlung geben, die von der Veränderung des Sozialsystems abhängt“, betonte Friewald-Hofbauer in ihrem Referat. Die Veränderungsprozesse seien „radikal und fundamental“, so Friewald-Hofbauer, die dazu empfahl: „Wir können in unserer Gesellschaft mitreden und mitgestalten. Das geschieht am besten auf lokaler Ebene. Partizipation bedeutet Teilhabe und sie ist keine Einbahnstraße. Sie muss nicht nur gefordert und gefördert sondern auch gewollt werden.“
In unserer Gesellschaft gebe es durchaus Gestaltungsräume, wie Friewald-Hofbauer erklärte. So veranstalte die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung einen Wettbewerb, der Dörfer und Gemeinde auszeichnet, die neue Zukunftswege in Gang gesetzt haben. Die wesentlichen Kriterien seien Bürgerbeteiligung, Selbstinitiative und Innovation.

Über die Findung von Lösungen in der Gesellschaft referierte Leopold Neuhold: In der Demokratie seien „keine schnellen Entscheidungen möglich, man braucht so etwas wie Geduld“. In einer globalisierten Welt sei alles schneller geworden, aber für die Demokratie sei Zeit notwendig. „Wir stehen in einer Erfüllungsmentalität.“
Neuhold zitierte den polnisch-britischen Soziologen Zygmunt Baumann: „Die Agora (der Marktplatz) ist verweist. Zwischen Oikos (Haus) und Ecclesia (Gemeinschaft) steht die Agora , die durch Egoismus und Indifferenz leer ist. Denn ich interessiere mich nur für eine Situation, wenn sie mich betrifft. Die Aufgabe einer Katholischen Männerbewegung sollte sein, dieser Platz zwischen Gesellschaft und Privatem zu füllen und stärken.“